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Seit vielen Jahrhunderten behandeln die Menschen ihre Leiden mit Heilpflanzen. Früher wendete man sie an, weil man nichts anderes hatte. Dass sie halfen, wusste man aus Erfahrung, bewiesen war es nicht.
Die Anwendungen wurden von Generation zu Generation weitergereicht. Heute ist die Wirkung vieler Heilpflanzen wissenschaftlich belegt. Folgend einige Kräuter deren Wirksamkeit gründlich geprüft oder durch Erfahrungen gesichert ist.
Schlafen mit Hopfen
Der Hopfen ist ein natürliches Schlaf- und Beruhigungsmittel. Das bewirken die in ihm enthaltenen Bitterstoffe Humulon und Lupulon sowie die ätherischen Öle und die Gerbstoffe.
Bei unseren Großmüttern war es üblich, Hopfenzapfen (die weiblichen Fruchtstände) in Kissen einzunähen und aufs Kopfkissen zu legen. Gesammelt werden die Zapfen kurz vor der Reife.
Heute trinkt man eher Hopfentee für besseren Schlaf. Für eine Tasse Tee gießt man einen TL getrockneten Hopfen mit kochendem Wasser auf, lässt die Mischung 15 Minuten ziehen, seiht sie durch.
Eine Tasse Tee tagsüber zur allgemeinen Beruhigung trinken - oder abends eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen für besseren Schlaf.
Weide gegen Fieber
Als Naturheilmittel wird Weidenrinden-Tee hauptsächlich gegen Fieber und bei Rheuma angewendet. Auch leichtere Magen-Darm-Beschwerden lassen sich oft mit diesem Tee kurieren. Die in der Rinde enthaltene Salicylsäure ist aber auch in synthetisch hergestellter Form in Schmerzmittel zur Berühmtheit gelangt.
Zum Fiebersenken und gegen Rheuma übergießen Sie einen gehäuften TL kleingeschnittener Weidenrinde mit 1/2 l kaltem Wasser. Zum Sieden bringen, noch fünf Minuten ziehen lassen. Dann abseihen.
Zwei- bis dreimal am Tag eine Tasse davon trinken. Um kein Risiko einzugehen, sollten Schwangere den Tee nicht trinken.
Malve bei Katarrh
Blüten und Blätter enthalten Gerbstoffe. Die wirken schleimlösend, reizlindernd und beruhigend. Deshalb hilft die Malve gegen Reizhusten und Katarrhe der Atemwege. Entzündungen im Rachenraum werden durch Spülungen mit Malventee gelindert.
Die Blüten werden mit Kelch, aber ohne Stiel gesammelt. Die Blätter werden abgezupft. Beides sollten Sie an einem schattigen, luftigen Ort trocknen und dann in lichtundurchlässige Gefäße füllen.
Für den Tee 1 TL getrocknete Blüten oder die doppelte Menge Blätter mit einer Tasse kochend heißem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb gießen. Lauwarm vier- bis fünfmal am Tag eine Tasse Malventee trinken.
Johanniskraut gegen Depressionen
Es ist reich an ätherischen Ölen. Als Tee zubereitet hält es Leber und Galle in Gang und hilft bei Durchblutungsstörungen. Der rote Farbstoff Hyperizin beruhigt und wirkt gegen Depressionen. Johanniskrautöl ist ein gutes Mittel bei Blutergüssen und Quetschungen.
Für einen Tee zwei gehäufte Teelöffel mit 1/4 1 heißem Wasser übergießen, aufkochen, zehn Minuten ziehen lassen. Dann abgießen. Zwei bis drei Tassen täglich trinken, am besten mehrere Wochen lang. Wichtig: Johanniskraut macht lichtempfindlich, deshalb während der Behandlung die pralle Sonne meiden.
Für das Öl 250 g frische Blüten in 1/2 l Olivenöl und 1/4 l Weißwein drei bis vier Tage einlegen. Dann im Wasserbad erhitzen, bis der Wein verdampft ist. Abseihen.
Das Öl hat eine rote Farbe. Dunkel aufbewahren, es verliert sonst seine Wirkung.
Baldrian zum Beruhigen
Die in der Pflanze enthaltene Valepotriate, ätherischen Öle und Alkaloide ergeben zusammen mit anderen Wirkstoffen eine beruhigende und krampflösende Wirkung.
Deshalb wird Baldrian bei Unruhe-Zuständen, bei Schlaflosigkeit und bei Krämpfen im Magen-Darm-Trakt angewendet.
Baldrianwurzel zerkleinern. Zwei gestrichene TL Baldrianwurzel mit 1/2 l kochendem Wasser übergießen. Zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. 2-mal am Tag eine Tasse trinken.
Lindenblüten zum Schwitzen
Lindenblüten sind ein gutes Mittel gegen Erkältungskrankheiten. Das liegt an ihrer schweiß treibenden Wirkung, die durch ätherische Öle, Saponine und Gerbstoffe erreicht wird.
Für eine Schwitzkur bei Erkältungen zwei leicht gehäufte TL zerkleinerter Blüten mit 1/4 l kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, abgießen und heiß trinken. Um Erkältungen vorzubeugen, reicht 1 TL Blüten für die gleiche Menge Wasser aus.
Löwenzahn zum Entschlacken
Die Pflanze enthält Vitamine, Bitterstoffe, Karotine, Flavonoide und Mineralien. Sie regt Leber- und Nierentätigkeit an und beeinflusst das Bindegewebe günstig.
1 bis 2 TL getrockneten Löwenzahn (geschnittenes Kraut und Wurzel) mit 1/4 l kaltem Wasser übergießen. Zum Sieden bringen, 1 Minute kochen lassen. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Pro Tag zwei Tassen.
Minze für den Magen
Wichtigster Bestandteil der Pfefferminze ist das im ätherischen Öl enthaltene Menthol. Die Pflanze hilft bei Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Blähungen und Krämpfen. 1 gehäuften TL Pfefferminzblätter mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen. 3-mal am Tag eine Tasse trinken.
Ringelblume für die Haut
Die Ringelblume enthält ätherische Öle, Saponine, Flavonoide und Karotinoide und wird bei Entzündungen der Haut empfohlen.
Für eine Salbe 100 g Ringelblüten zerkleinern. Mit Schweineschmalz im Verhältnis 1:1 vermischen, erwärmen, bis das Fett flüssig ist. Wunden oder Hautunreinheiten damit bestreichen.
Veilchen gegen Husten
Das Veilchen enthält u.a. Saponine und Bitterstoffe und wird gegen Husten angewendet. Gut bewährt bei Husten vor allem bei Kindern hat sich ein Veilchen-Sirup. Etwa eine Tasse voll frischer Veilchenblüten in eine Flasche geben, etwa 1/4 l Wasser darübergießen.
24 Stunden stehen lassen, dann abseihen, erhitzen. Neue Mischung ansetzen (eine Tasse Veilchenblüten mit Wasser übergießen). Über diese Mischung die bereits vorhandene geben. Nochmals 24 Stunden ziehen lassen.
Dann abseihen und die gleiche Menge Honig dazugeben. Teelöffelweise einnehmen.
Schlüsselblume gegen Husten
Da Veilchen im Handel schwer erhältlich sind, können Sie auch Schlüsselblume gegen Husten probieren. Sie enthält Saponine sowie Kieselsäure und Gerbstoffe und wirkt besonders gut bei chronischer Bronchitis.
Für einen Schlüsselblumen-Tee sollte 1 TL Schlüsselblumenwurzeln oder 2 TL Blüten mit 1/4 l Wasser zum Kochen gebracht werden, 5 Minuten ziehen lassen. Abseihen. Am Tag zwei bis drei Tassen trinken.
Kamille bei Erkältung
Die Kamille ist die vielseitigste Heilpflanze. Sie enthält ätherische Öle wie Chamazulen und Bisabolol sowie Flavonoide und Cumarine. Das Zusammenwirken der Substanzen macht sie zu einer Allround-Heilpflanze. Sie wird bei Erkältungen, Katarrhen, Magen-Darm- und Gallen-Beschwerden, bei Entzündungen (Zahnfleisch oder im Vaginalbereich) angewendet.
Bei Erkältungen sollten Sie Kamillendampf inhalieren. Eine Handvoll Kamillenblüten in ein Gefäß geben, mit einem Liter Wasser übergießen.
5 bis 10 Minuten lang den Dampf einatmen, dabei Kopf und Gefäß mit einem Handtuch gut abdecken.
Kamille ist aber ein wahrer Alleskönner: so soll sie Magen und Darm beruhigen, Zahnfleischentzündungen und juckende Ekzeme heilen sowie Sonnenbrand und Stresssymptome wie Übelkeit oder Kopfschmerzen lindern.
Bedenken Sie: auch viele Würzkräuter in Ihrer Küche können heilen. Dill, Kümmel, Basilikum, Koriander und Fenchel z. B. enthalten ätherische Öle, die Blähungen vorbeugen.
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