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Das Grüne Haus

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Inhaltsverzeichnis DGH 09/13
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Frühe erste Regelblutung erhöht Risiko auf verkürzte Fruchtbarkeit
Aktuelle Studienergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der ersten Regelblutung und dem Einsetzen der Menopause

Die Studie mit über 50.000 Frauen aus dem Vereinigten Königreich, Skandinavien, Australien und Japan deckt einen Zusammenhang zwischen dem Alter bei der ersten Regelblutung, Kinderlosigkeit und dem Einsetzen der Menopause auf: So erhöht sich das Risiko vor dem 40. Lebensjahr in den Wechsel zu kommen für kinderlose Frauen mit der ersten Regelblutung im 11. Lebensjahr um ein Fünffaches im Vergleich zu Frauen, die zwei oder mehr Kinder geboren haben und deren erste Regelblutung mit frühestens 12 Jahren eingesetzt hat.

„Die Erkenntnisse der Studie können für Familienplanung und Lebensstilentscheidungen sehr wichtig sein“, betont Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz.

Hormone, Gene und Lebensstilfaktoren entscheiden über fruchtbare Jahre

Laut Studie ist eine von zehn Frauen von vorzeitiger oder früher Menopause betroffen. Neben hormonellen Faktoren und der genetischen Veranlagung beeinflusst der persönliche Lebensstil das Einsetzen der Menopause. Insbesondere Rauchen wirkt sich stark auf die Anzahl der fruchtbaren Jahre aus. „Vor allem wer früh die erste Regel hatte, sollte bei nicht abgeschlossener Familienplanung aufs Rauchen lieber verzichten. Die Kombi kann ein regelrechter Fruchtbarkeitskiller sein“, so Strohmer. 

Von vorzeitiger Menopause spricht man bei Frauen unter 40 Jahren, während eine frühe Menopause Frauen zwischen 40 und 44 Jahren betrifft. Treten die Wechseljahre verfrüht ein, steigt das Risiko für spätere chronische Erkrankungen, wie kardiovaskuläre Krankheiten, Diabetes Typ 2 und Osteoporose. „Diese gesundheitlichen Risiken bestehen natürlich losgelöst von der Familienplanung und betreffen somit alle Frauen“, erläutert Strohmer die Studienergebnisse. Bei 2 % der Frauen setzte eine vorzeitige und bei 7,6 % der Frauen eine frühe Menopause ein.

Jede siebente Frau zählt zu Risikogruppe

Der Zeitpunkt der ersten Regelblutung ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie dem Gewicht der Mutter bei der Geburt, Übergewicht oder psychischem Stress. Bei 14 % der Frauen tritt die erste Menstruation bereits mit elf Jahren oder jünger ein – hier spricht man von früher Menstruation. Für diese Frauen besteht ein größeres Risiko einer vorzeitigen oder frühen Menopause als für diejenigen, deren Regelblutung mit zwölf Jahren oder später eintritt. Ein gesunder Lebensstil, vollwertige Ernährung, regelmäßiger sportliche Betätigung und ein stressfreies Lebensumfeld tragen zur Risikominderung bei.

„Die Studienergebnisse betonen wieder einmal die Wichtigkeit individualisierter Medizin. Je besser man seine eigenen Risikofaktoren kennt, umso fundierter können Entscheidungen getroffen werden“, so Strohmer. 

Quelle: Human Reproduction, pp. 1–8, 2017; Early menarche, nulliparity and the risk for premature and early natural menopause

 


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