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Das Grüne Haus

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Inhaltsverzeichnis DGH 09/13
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So gesund kann Weihnachten sein
Bankhofers beste Tipps für die Feiertage

Der  Festtagsbraten, der Fisch, die Torten und vielen anderen kulinarischen Verführungen sind in vielen Familien zu Weihnachten jahrzehntelange Tradition. Keiner will darauf verzichten. Bei all jenen, die das ganze Jahr über gesund gelebt haben, ist das kein Problem. Alle anderen, die das ganze Jahr über üppig essen und zu den Feiertagen noch eins draufsetzen, können damit Probleme kriegen. Die ärztliche Statistik verrät es: Alle Jahre nach den Feiertagen haben Millionen Menschen erhöhte oder zu hohe Blutdruck- und Cholesterin-Werte. Daraus ergeben sich viele Fragen an Bankhofer.

Wie kann ich Weihnachten und Neujahr genießen, ohne büßen zu müssen? Gibt es Tricks, mit denen man die Festtagsgenüsse entschärfen und gesünder machen kann?

BANKHOFER: Da gibt es viele kleine, einfache Tricks:

• Essen Sie zum Fleisch ausschließlich knackige Salate und Pellkartoffel, keine Knödel, keine Nudeln. Reichlich Salat und Kartoffel helfen die Harnsäure-Überschüsse des Fleisches abbauen.

• Noch besser: Trinken Sie zu den Mahlzeiten oder danach jeweils 1/8 Liter Sauerkrautsaft, Rote Rüben Saft, Kartoffelsaft, Brottrunk oder naturtrüben Apfelsaft. Damit werden Magen und Darm von Gärstoffen und Giften gesäubert.Harnsäure wird ausgeschwemmt.  Das kann Gichtanfälle verhindern helfen. 

• Der Supertrick aber, wie man den Weinachtsbraten entschärfen und weniger gesundheitsbelastede machen kann, sind Radieschen, knackige Radieschen,wie sie jetzt vor den Feiertagen täglich erntefrisch angeboten werden. Die Senföle in den Radieschen können etwas Besonderes. Sie binden im Darm einen Teil der mit dem Festessen aufgenommenen Nahrung und führen sie über den Darm ab, ehe sie in den Organismus gelangen und Schaden anrichten können. Am besten, man bereitet aus geriebenen Radieschen Salat zu und ißt ihn zu den Fleischspeisen. oder man schneidet Radieschen in gemischten Salat. 

• Trinken Sie während der Feiertage gegen Durst und zum Entschlacken täglich 2 Liter Mineralwasser, am besten stilles. Das schwemmt Stoffwechsel-Schlacken aus.

• Der für viele traditionelle Weihnachts-Fisch - nämlich der Karpfen -  ist gesünder, wenn Sie ihn nicht braten oder backen, sondern in einem Sud mit Wurzelgemüse und Kräutern garziehen lassen.

Was die gebratene Gans betrifft: Da kann man ja wohl nichts gesünder machen? 

BANKHOFER:  Auch da gibt es Tricks, die viele erfahrene Koch-Expertinnen kennen. 

• Die Festtags-Gans oder die Ente befreit man vom Fett, indem man das Fleisch beim Braten mit der Gabel ansticht. Das Fett läuft dann aus. Man sollte Gänsefett aufbewahren, aber nicht essen. Es eignet sich ideal für eine Behandlung gegen Husten. Man reibt Brust und Rücken mit dem kalten Fett ein, legt ein Tuch darüber und geht zu Bett. Über nacht entwickelt das Gänsefett eine gleichmäßige Wärme, die heilend auf die Atemwege wirkt. 

• Die  knusprige Weihnachtsgans oder die Ente sowie der Braten werden gesünder, wenn Sie zum Würzen reichlich Kümmel einsetzen. Kümmel fördert die Verdauung.

• Und wenn man sie 21/2 Stunden bei 120 Grad Celius brät und erst die letzten 20 Minuten auf 150 Grad hochgeht. 

• Ebenso wird der Braten gesünder, wenn man ihn mit Maronen serviert. Maronen sind basisch und schaffen einen harmonischen Ausgleich zu der Übersäuerung durch große Fleischportionen. Oder man füllt ihn mit Äpfel. Das Pektin nimmt Fette auf.

Wie kann man während der Feiertage zu hohen Cholesterin-Werten vorbeugen?

BANKHOFER:  Zuviel Fleisch, vor allem zu fettes Fleisch, ist schuld daran,daß jedes Jahr zu den Feiertagen die Cholesterinwerte  bei vielen Menschen enorm ansteigen. An der deutschen Universität von Leipzig hat Prof. Dr. Rotzsch nachgewiesen: Die Weihnachtsgans wird vom Organismus viel  besser vertragen, wenn man dazu eine „Knoblauch- Therapie“ durchführt.

• Reiben Sie die Gans oder den Braten kräftig mit  zerdrückten, frischen Knoblauchzehen ein. Diese  Würze ist sehr wichtig für die Gesundheit. Durch die Wirkung des Knoblauch-Wirkstoffes Allicin kommt es kaum merkbar zu einem Anstieg der Cholesterinwerte, wie  man es sonst nach den Festtagsgenüssen messen  kann. Das ist wieder ein Beweis, wie wertvoll Knoblauch für unsere Gesundheit ist. Er hält uns fit, vital und jung. Das hat man immer schon behauptet. Doch es ist wissenschaftlich nachgewiesen worden. Prof. Dr. Gustav Belz, der Leiter des Institutes für Herz- Kreislauf-Erkrankungen in Mainz,  hat mit einer modernen Methode gemessen: Wer regelmäßig Knoblauch nimmt,der bleibt länger jung, weil seine Butgefäße elastischer sind. 

• Die zweite Möglichkeit, die Gefahr von zu hohem  Cholesterin abzuschwächen, sind Artischocken. Damit kann man zugleich auch Völlegfühl, Übelkeit und Blähungen bekämpfen. Dazu gibt es Studien von  Prof. Dr. Volker Fintelmann, Chefarzt am Krankenhaus Hamburg- Rissen. Er empfiehlt sogar die begleitende  Einnahme von hochdosiertem Extrakt aus Artischockenblättern aus der Apotheke. Vorbeugend ist es aber sehr sinnvoll, zur Gans Artischocken oder Arischocken-Böden  zu servieren. 

Beim Braten entstehen an der Oberfläche vom Fleisch krebserregende Stoffe. Kann man diese Stoffe entschärfen? 

BANKHOFER: Da gibt es aus Forschungen einige interessante Lösungen. Das Geheimnis liegt in der Wahl der Kombinationen beim Essen. Hier einige praktische Beispiele, die speziell für ein Fest wie dieses wichtig sind: 

• Kinder wissen da instinktiv, was gesund ist. Sie lieben zum Weihnachtsbraten Ketchup. Heute ist durch Studien nachgewiesen: Der rote Farbstoff der erhitzten Paradeiser senkt das Krebsrisiko. Auch  Paradeis-Soße und  in Olivenöl geschmorte Paradeiser erfüllen diese Aufgabe. 

• Wenn wir einen Braten essen, dann nehmen wir damit auch giftige Benzpyrene - Röststoffe - auf, die beim Braten entstehen. Es gibt eine simple,einfache Lösung, diese Stoffe zu entschärfen. Man muß eine große Portion Senf dazu essen. Die Senföle neutralisieren die gefärhlichen Substanzen.

• An der Oberfläche von einem Braten entstehen beim Zubereiten  auch noch andere giftige Röststoffe, zum Beispiel das 3-Amino-1-Methyl-5 H - Pyrido-Indol.  Wenn man das Fleisch vor dem Zubereiten mit frischen oder getrockneten Salbeiblättern oder Oregano-Blättern einreibt, dann werden die Röststoffe neutralisiert. 

• Interessant ist, daß in gewisser Weise dieses Entschärfen auch durch ein kleines Glas Bier unterstützt wird.  Und zwar durch die Mineralstoffe und Spurenelemente im Bier. 

Gibt es Festtags-Genüsse, mit denen man Bluthochdruck vermeiden oder sogar positiv beeinflussen kann?

BANKHOFER:  Da gibt es viele Möglichkeiten. Mit Fisch gegen Bluthochdruck: Meeresfische wie Lachs, Makrele, Hering sind grundsätzlich ein wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen,gesunden Ernährung. Sie senken auch den Blutdruck. Die meiste Kraft steckt da in der frischen Makrele. Daher sprechen Mediziner auch von einer „Makrelen-Diät“ gegen Bluthochdruck. Was ist an Meeresfischen - speziell an der Makrele - so wertvoll, daß sie den Blutdruck senken kann? Das ist die Kaft der Omega-3-Fettsäuren, die sich im Fett des Fisches befinden. Diese  Omega-3-Fettsäuren werden von  unserem Stoffwechsel  in hochaktive Reglerstoffe umgewandelt. Und die wirken sich so posistiv auf den Blutdruck aus. Die Omega-3-Fettsäuren im Fischfett gelangen nach der Verdauung durch die Darmwand in die Blutbahn. Und hier üben sie eine entspannende, weitende Wirkung auf die Wände der Blutgefäße aus. Dadurch sinkt der Blutdruck. Bei einer „Makrelen-Diät“ zum Senken des Blutdrucks  ißt  man 3 Wochen lang jeden Tag 100 bis 200 Gramm  Makrele, wobei es dann auch einmal Lachs oder Hering sein darf. 

Mit Kalium in Obst und Gemüse gegen Bluthochdruck: Der Mineralstoff Kalium reguliert auf wunderbare Weise den Blutdruck. Jedes Obst und Gemüse liefert Kalium. Kartoffel, Karotten, Sellerie,  Kohlrabi , Brokkoli, Kopfsalat , Avocados  aber besonders viel. Wer zu wenig davon ißt, kann leicht einen Kalium-Mangel bekommen. Und der äußert sich an typischen Symptomen: Der Blutdruck steigt. Ganz wichtig: Wenn Sie   zu den Feiertagen Kalium für einen gesunden Blutdruck tanken wollen, dann müssen Sie reichlich frisches Obst und Gemüse essen. Auch Gemüse aus dem Tiefkühlfach ist wertvoll. Nur Gemüse aus der Dose enthält fast kein Kalium mehr.  Sie sollten  während der Feiertage dem Blutdruck zuliebe jeden Tag ein bis zwei Äpfel aus  der Region genießen. Dazu eine Banane am Tag. Vorschlag:  Richtig würzen für einen gesunden Bluthochdruck Ein guter Rat: Salz ist sehr oft als Würze entbehrlich. Wir sollten beim Würzen  zu den Feiertagen viel mehr Phantasie entwickeln.

• Verwenden Sie viele Kräuter frisch oder getrocknet. Am besten als Salz-Ersatz eignen sich Petersilie, Thymian,Lorbeerblätter,Basilikum, Selleriegrün, Kerbel, Estragon. Man kann die Kräuter für Suppen und Eintöpfe auch mischen. 

• Wer für die Suppe viel Suppengrün verwendet, benötigt weiger Salz. Zu einem klassischen Suppengrün gehören Sellergiegrün und Wurzel, Karotten, gelbe Rüben, Lauch, Petersiliegrün und Petersiliewurzeln.

• Suppen, Soßen, Gemüse, Salat kann man mit Hefe-Extrakt würzen. Oder mit kleingehackten getrockneten Pilzen.

• Man kann mit Joghurt, Sauerrahm oder Buttermilch  Salate und Geflügel würzen. 

• Sehr sinnvoll ist es, Kräutersalz zu verwenden. Das ist eine Mischung mit wenig Salz und vielen geriebenen,getrockneten Kräutern.

• Würzen Sie mit  Knoblauch , Pfeffer, Ingwer oder Curry.

Wenn ich  an einem der Feiertage zu üppig und zu viel gegessen haben, wenn ich ein unangenhmes Völlegefühl habe: Was kann ich tun?

BANKHOFER:  Wenn Sie zu üppig gegessen haben - zu fettes Fleisch, zu fette Torten -, dann trinken Sie unmittelbar nach der Mahlzeit 1/4 Liter stilles Mineralwasser oder Leitungswasser, in das Sie 1 Teelöffel Heilerde für den inneren Gebrauch (Apotheke) einrühren. Die Erde bildet im Magen eine riesige Oberfläche und bindet die Fette. Völlegefühl und Übelkeit vergehen nach 10 bis 15 Minuten.Man fühlt sich wieder leichter und besser.

Kann ich auch etwas tun, damit Süßigkeiten mich nicht so sehr belasten? 

BANKHOFER: Gegen zuviel Süßes, gegen zuviel starken Bohnenkaffee und zuviel Alkohol zu den Feiertagen liefern Sie dem Organismus Vitamin C  (Kiwis, Orangen, Paprikaschoten), Vitamin B 1 (Naturreis, Weizenkeimflocken) und Magnesium in Form von Trockenfrüchten oder Naturreis. Zitrusfrüchte schützen uns wunderbar vor den Festtagsünden, weil sie entzündungshemmend, blutdruck- und cholesterinsenkend wirken und obendrein vor Streß und Erkältungen schützen. Und obendrein fördert das Vitamin C die Eiweißverdauung von Fleisch und Fisch. Sie sehen: Man kann viele  kulinarische Verführungen zu den Feiertagen mit einfachen Tricks etwas gesünder oder zuminest weniger gesundeitsbelastendsind. Unser Motto sollte lauten: Genuß ohne Reue.


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