Während 1910 die tägliche Schlafdauer noch bei 9 Stunden pro Tag lag, hat sich diese nur 100 Jahre später auf bereits 7,5 Stunden reduziert.
Personen im Schichtdienst kommen sogar nur auf durchschnittlich 5 Stunden pro Tag. Parallel dazu steigt die Anzahl der Personen mit Schlafstörungen, fast 25% der Bevölkerung leiden unter Ein oder Durchschlafstörungen.
Schlafdauer und Leistungsfähigkeit
Studien zeigen, dass die Schlafdauer eine direkte Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns hat. Eine Verkürzung der Schlafdauer senkt deutlich unsere Leistungsfähigkeit.
Schläft man nur 6 Stunden pro 24 Stunden reduziert sich die Leistungsfähigkeit um 13%, bei 5 Stunden um 43% und bei nur 4 Stunden um sogar 62%.
Ein kleines Experiment
Im Schlaflabor der Universität von Chicago wurde an elf gesunden Männern ein Schlafexperiment für 16 Nächte durchgeführt.
Die ersten drei Nächte durften die Probanden 8 Stunden (im Schnitt 7 Stunden), die nächsten sechs Nächte 4 Stunden (im Schnitt 3 3/4 Stunden) und dann 7 Nächte 12 Stunden (im Schnitt 9 Stunden) schlafen.
Während der Zeit wurde die Reaktion der Probanden auf eine Kohlehydratgabe (Blutzuckerspiegel) und die Insulinantwort des Körpers gemessen.
Während des 4 Stunden Schlafintervalls stieg der Blutzuckerspiegel rasant an, die Insulinantwort war um niedriger als unter längeren Schlafperioden und auch die Zuckeraufnahme in den Zellen war um etwa 30% reduziert. Diese Werte entsprechen weitgehend dem Zustand eines insulinresisten Diabetikers!
Weiters zeigte das Sympathische Nervensystem eine Überreaktion wodurch langfristig Hypertonie oder Herzrhythmusstörungen entstehen können.
Diese Werte normalisierten sich glücklicherweise während der 3. Phase. Die schönsten Blutwerte traten nach der 9 Stunden Schlafperiode auf
All diese Symptome und Befunde traten nur nach 6 Tagen mit 4 Stunden täglicher Schlafzeit auf.
Was passiert wenn diese geringe Schlafdauer über Monate oder Jahre anhält? Neue Untersuchungen zeigen, dass ein durch Schlafapnoe gestörter Schlaf eigenständig das Risiko für Hypertonie und Diabetes erhöht.
Bei deutschen Managern und Führungskräften die regelmäßig wenige Stunden pro Tag schlafen, leiden 85% unter Reizmagen und Herzrhythmusstörungen, 75% an hohen Cholesterinspiegel. Ein erhöhtes Risiko für Burnout, Herzinfarkt und Schlaganfall ist die Folge davon.
Wie viele Medikamente könnte man sich ersparen wenn man etwas länger schlafen würde oder könnte. Ich möchte mich in den nächsten Artikeln etwas genauer mit dem Thema Schlaf auseinandersetzen und wünsche Ihnen bis dahin einen schlafreichen Sommer.
Dr. Yamuti Oliver