In diesen Wochen leuchten sie rot von den Bäumen und werden besonders süß und saftig in den Geschäften angeboten: die Kirschen. 9 von 10 Mitteleuropäern essen mit Leidenschaft Kirschen . Doch, Kirschen schmecken nicht nur. Sie sind auch eine Naturarznei, die wir jetzt in der leider so kurzen Saison nützen sollten.
Schon Hippokrates im antiken Griechenland hat die Kirschen auf der Insel Kos als “Naturarznei vom Baum“ bezeichnet.
Heute weiß man, dass in der Kirsche das Zusammenspiel von bestimmten Substanzen eine Reihe von gesundheitlichen Effekten hat:
• Die Hauptwirkstoffe sind die Farbstoffe im Kirschensaft: das Anthocyan und das Anthocyanidin.
• Sie sind aber nur wirksam,weil sie mit dem Vitamin C und dem Spurenelement Zink zusammenarbeiten.
• Kirschen enthalten auch viel Folsäure, Calcium, Kalium und Eisen.
Die Kirschen gibt es schon lange. In Indien kannte man sie bereits vor vielen tausenden Jahren. Schon die jungfräuliche Mutter Buddhas soll davon gegessen haben. Griechen und Römer pflanzten bereits in der Antike Kirschenbäume. Die Römer brachten die Kirschen dann in unsere Gegend. Und zwar war es der Feldherr Lukullus. Er ließ 64 vor Christi Geburt in Italien die ersten Kirschenbäume aus Kleinasien pflanzen.
Man kann auf Grund der Substanzen, die in den Kirschen nachzuweisen sind, sagen:
• Der Farbstoff in den Kirschen – vor allem das Anthocyan – lindert und bekämpft Entzündungen.
• In unserem Körper entstehen auch immer wieder schädliche Enzyme. Sie werden vom Kirschen-Farbstoff vernichtet. Da diese Enzyme unsere Haut schneller altern lassen, welk, alt und faltig machen, kann man mit Kirschen die Haut und damit das Aussehen jung erhalten.
• Aggressive Umweltsubstanzen können neutralisiert werden.
• Man kann sich vor leichten Sommer-Erkältungen schützen,vor allem wegen des Vitamin-C-Gehaltes.
• Kirschen wirken entwässernd.Dadurch entlasten sie das Herz-Kreislauf-System.
• Sie können auch rasch und gezielt eine Verstopfung bekämpfen: Man muss in der Kirschen-Saison jeden Tag 1 1/2 Kilo Kirschen über den Tag verteilt essen. Das Geheimnis: Die Kirschen quellen im Magen sehr stark auf, weil sie einen hohen Anteil an Ballaststoffen mitbringen. Und das fördert die natürliche Darm-Bewegung.
• Kirschen sind ein ideales Obst für Kinder, weil sie alle Substanzen zum Aufbau von Knochen, Nerven und Zähnen und für die Blutbildung bringen.
• Kirschen vermitteln auch gute Laune. Dafür sind die B-Vitamine und eine Reihe von Spurenelementen verantwortlich.
Es gibt zwei sehr interessante, wissenschaftlich-medizinische Studien mit Kirschen:
• Am amerikanischen Forsythe Dental Center für Zahnheilkunde hat man in den Kirschen antibakterielle Substanzen und Enzyme nachgewiesen, die Karies und Parodontose verhindern helfen können. Diese Substanzen in der Kirsche verhindern nämlich die Bildung des Zahnbelages – auch Plaque genannt .Bei der Studie bekamen die Probanden während der Kirschenzeit nach jeder Mahlzeit 15 Kirschen zu essen. Die Gerbstoffe in den Kirschen haben auch deutlich das Zahnfleisch gefestigt.
• Eine interessante Studie wurde von dem deutschen Arzt Prof. Dr. Ludwig Blau in Texas durchgeführt. Zuerst war es ein Selbstversuch. Er litt an schwerer Gicht mit furchtbaren Schmerzen, musste teilweise im Rollstuhl sitzen. Mit Medikamenten hatte er wenig Erfolg. Dann aß er zur Kirschenzeit große Mengen von Kirschen und spürte eine deutliche Schmerz-Erleichterung. Daraufhin startete Dr. Blau eine Studie mit 100 Gicht-Patienten. Das Ergebnis: Täglich 1500 Gramm erntefrische Kirschen wirken sich positiv gegen Gichtschmerzen aus.
• Zwei Jahre später hat eine Studie ergeben: Durch die entzündungshemmende Wirkung kann man mit Kirschen auch rheumatische Beschwerden in den Gelenken – wie etwa Arthritis – verbessern.
• Und viele Hausärzte verschreiben zur Kirschenzeit eine Obstkur jenen Patienten, die hohe Harnsäure-Werte haben. Kirschen senken den Harnsäure-Spiegel.
• Aber auch die Entlastung von Leber und Niere sowie die Anregung der Bauchspeicheldrüse durch Kirschen ist medizinisch nachgewiesen.
Kirschen sind natürlich kein Wundermittel zum Abnehmen.
• Aber sie helfen, den Hunger zu bremsen, weil man mit wenig Kirschen schnell satt wird und mit vielen lebenswichtigen Substanzen versorgt ist.
• Außerdem helfen Kirschen, Stoffwechselschlacken schneller aus dem Körper auszuscheiden.
• Und Farbstoffe der Kirschen binden im Magen und Darm aufgenommene Fettstoffe und verhindern, dass diese durch die Darmschleimhaut ins Blut gelangen.
Es gibt 1000 verschiedene Kirschen-Sorten: rote, rosa, gelbe. Gibt es dabei welche, die mehr Wirkung auf unser Gesundheit haben, werde ich oft gefragt.
Darauf gibt es eine kurze, klare Antwort: Die dunklen Kirschen haben mehr Wirkung, denn im dunkelroten Kirschensaft sind besonders viele Farbsubstanzen. Und diese sorgen auch dafür, dass die anderen Wirkstoffe in höherer Konzentration in der Frucht gebildet werden.
Übrigens: Auch der Kirschensaft hilft uns, gesund zu bleiben. Wenn es darum geht, Gicht- und Rheuma-Schmerzen zu lindern, die Laune zu verbessern, das Zahnfleisch zu festigen,die Haut zu verjüngen, dann ist auch der Kirschensaft sinnvoll.
Gegen Verstopfung und zum Abnehmen braucht man allerdings auch die Ballaststoffe der ganzen Kirsch-Früchte.
Kirschen sollte man gut gewaschen und roh, sowie frisch wie möglich essen. Nicht lange aufbewahren. Kirschkompott ist zwar etwas Herrliches. Aber da gehen viele Inhaltsstoffe zugrunde. Auch in der Torte, im Kuchen ist das so.
Hier ein schnelles, einfaches Rezept mit rohen Kirschen. Wenn überraschend Gäste kommen,hat man im Nu ein Dessert gezaubert:
• 1/4 Kilo Kirschen werden gewaschen und entkernt. In eine Schüssel geben.
• 1 Becher Vanille-Joghurt über die Kirschen gießen.
• Joghurt und Kirschen vermischen und in kleine Schalen füllen.
Ja, vielleicht habe ich Sie zuhause jetzt daran erinnert, dass Sie die Kirschenzeit mehr nützen und die Kirschen gezielt für die Gesundheit einsetzen sollten. Dazu mein Rat: Probieren Sie es doch einfach einmal aus!