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Unser täglich Brot bringt uns schneller in’s Grab
Autoimmun- und neurologische Erkrankungen durch Getreide

Kann der Körper nicht zwischen körpereigenem  und fremdem Eiweiß unterscheiden greifen Immunzellen nicht nur Zellen und Proteine mit schädlichen Eigenschaften an, sondern auch gesunde Körperzellen. Dieser Wahrnehmungsverlust des Immunsystems nennt man eine Autoimmunerkrankung. Da ich bei fast allen Patienten meiner Ordination, die unter einer derartigen Erkrankungen leiden, einen Nahrungsmittelunverträglichkeitstest durchführen lasse, konnte in fast allen Fällen (>90%) eine Getreideunverträglichkeit festgestellt werden.

Die Entstehung von Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen entstehen durch die Wechselwirkung von genetischen und Umwelteinflüssen. Dringen körperfremde Proteine in den Körper ein, die eine Amminosäure-Sequenz aufweisen die den körpereigenen ähnlich sind, kann im Rahmen der Immunabwehr eine Kreuzreaktion auftreten, Immunzellen greifen nun nicht nur die fremden Aminosäuren sondern auch die körpereigenen Proteine an. Viren, Bakterien und auch Getreideproteine können solche Immunreaktionen auslösen.

Gesicherte getreidebedingte Autoimmunerkrankungen:

1. ZÖLIAKIE/SPRUE: Diese chronisch entzündlich Darmerkrankung zeichnet sich durch 2 Faktoren aus, erstens eine genetische Prädisposition und zweitens eine glutenhältige Ernährung (Getreide). 
2. DERMATITIS HERPETIFORMIS: Genauso wie bei Zöliakie ist der Zusammenhang mit Getreide zu 100% gesichert. Bei dieser Erkrankung treten herpesartige Bläschen unter der Haut kombiniert mit starkem Juckreiz auf.

Vermutete getreidebedingte Autoimmunerkrankungen 

1. Insulinabhängiger Diabetes: viele Umweltfaktoren beeinflussen diese Erkrankung und auch Weizengluten scheint bei Tierversuchen (mit genetischer Prädisposition) ein erhöhtes Auftreten von Diabetes auszulösen.
2. Sjögren Syndrom: Die Symptome trockene Augen und trockener Mund (Sicca-Syndrom) tritt bei Zöliakiepatienten zehnmal häufiger auf als bei anderen Menschen. Auch nicht Zöliakiepatienten die unter dem Sjögren Syndrom leiden und eine Getreideunverträglichkeit aufweisen berichten in meiner Ordination häufig über die lindernde Wirkung einer getreidefreien Ernährung.
3. Rheumatoide Arthritis: Rheumapatienten weisen häufig einen erhöhten Antikörpertiter gegen Gliadin auf (Weizenprotein). Ich konnte bei meinen Patienten häufig eine starke Beschwerdelinderung  im Rahmen einer Glutenfreien Ernährung feststellen.
4. Berger Nephritis: Diese Nierenerkrankung kann bis zum vollständigen Nierenversagen führen. Getreidefreie Ernährung kann zu einer Verlangsamung des Krankheitsfortschrittes führen.
5. Multiple Sklerose: Neben Kreuzreaktionen von viralen und bakteriellen Proteinen mit dem körpereigenen Myelin Basic Protein wird auch die anhaltende Reizung durch Nahrungsmittelproteine (Milchprodukte, Getreide, Hülsenfrüchte oder Hefe) als eine mögliche Ursache vermutet.

Getreide und Neurologische/Psychologische Erkrankungen

Interessanterweise berichteten Patienten, denen ich eine glutenfreie Diät verordnet hatte, über interessante psychologische Nebenwirkungen, diese reichten bis zu einem spontanen verschwinden von manifesten psychiatrischen und psychologischen Erkrankungen. 

• Autoimmunologische Wirkungen von Getreide: Untersuchungen zeigen, dass 57% der Patienten mit neurologischen Erkrankungen Antikörper gegen Gliadin aufweisen und 16% unter Zöliakie leiden. Zöliakiepatienten die sich nicht an ihre Diät halten leiden häufig an neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie, Demenz, periphere Neuropathien und Erkrankungen des ZNS. Auch das Auftreten von Schizophrenie wird mit Getreide in Verbindung gebracht. Schizophrene Patienten weisen nicht nur erhöhte IgA Antikörepertiter gegen Gliadin auf, eine Analyse von Patientendaten zwischen 1966 und 1996 ließen den Autor der Metaanalyse auch folgenden Schluss ziehen:“ Bei Völkern die wenig oder keinen Weizen, Roggen oder Gerste verzehren, ist das Auftreten von Schizophrenie sehr gering; unterschiedliche kulturelle Einflüsse ändern nichts an dieser Tatsache!“. Glutenfreie Ernährung scheint eine Symptomverbesserung bei dieser Patientengruppe auszulösen, erneute Gerteidezufuhr eine Verschlechterung.

• Direkte Getreidewirkung: Im Rahmen der Getreideverdauung entstehen Opioide die an spezifische Rezeptoren im Gehirn andocken können. Vielleicht ist auch dieser Mechanismus für getreideinduzierte neurologische Erkrankungen mitverantwortlich.

Schlussfolgerung

Getreide ist erst seit Kurzem auf dem Speiseplan der Menschheit. Vielleicht sollten wir mit dieser Nahrungsquelle etwas Behutsamer umgehen, Getreide kann indirekten Erkrankungen wie Nährstoffmangel, oder zu direkten wie Autoimmun oder neurologischen Erkrankungen führen. Versuchen Sie doch einmal einige Wochen auf Getreide zu verzichten, vielleicht entdecken Sie ja auch andere wohlschmeckende Alternativen und bereichern dadurch Ihren täglichen Speiseplan.

Dr. Yamuti Oliver





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