Können Sie sich noch daran erinnern, als Sie ein Kind waren? Sicher hatten Sie kein Problem damit, einen Kopfstand zu machen, eine Rolle nach vor und zurück zu schaffen oder endlos über eine Schnur zu springen. Die meisten Kinder von heute schaffen das nicht. Ärzte und Pädagogen schlagen Alarm: Die Mädchen und Burschen von heute machen in vielen Fällen immer weniger Bewegung. Sie haben keine Fitness und keine Vitalität, beherrschen kaum noch die einfachsten Turnübungen.
Die körperliche Verfassung der Kinder über 12 Jahren ist erschütternd schlecht. Viele sind oft nicht imstande, einen Ball zu fangen oder auf einem Bein zu stehen. Viele Sportlehrer berichten: Mädchen und Buben erreichen den Höhepunkt ihrer Fitness mit 12 Jahren. Von da an geht es steil bergab.
Am Institut für Sportwissenschaften an der Universität Salzburg hat schon vor einigen Jahren eine Studie über die Fitness unserer Kinder von 11 bis 14 Jahren ergeben:
• Die Koordination von Denken und Bewegung ist gestört. Dadurch wird das Unfallrisiko beim Sport größer.
• Das Reaktionsvermögen lässt zu wünschen übrig. Auch das bringt Gefahren.
• Die Kinder haben beim Sport keine Ausdauer. Das kann in späteren Jahren zu Herz- Kreislauf-Erkrankungen führen.
Diese Situation bei den Kinder macht auch klar, warum der Gesundheitszustand der jungen Männer, die für den Militärdienst untersucht werden, so katastrophal ist. 13 Prozent sind untauglich.
Was kann man tun, damit unsere Kinder wieder mit mehr Fitness und Vitalität durch Lebens gehen? Im Grunde sind es ganz einfache Maßnahmen, welche die Erwachsenen einleiten müssen:
• Die Erwachsenen sollten ein gutes Vorbild geben und so viel wie möglich zu Fuß unterwegs sein. Tatsache ist, dass die meisten Eltern ihren Kindern vorleben, wie man sich möglichst nicht bewegt und jeden Schritt im Auto zurücklegt.
• Am Wochenende sollte die Familie wieder gemeinsam in die Natur hinaus wandern.
• Es sollte wieder wie früher sein: Da mussten die Kinder in der Schule und bei den Hausaufgaben daheim sitzen. Dann aber waren sie draußen im Hof oder auf einen nahen Wiese, liefen und sprangen mit anderen Kindern umher. Es wäre wieder wünschenswert, wenn die Jungen und Mädchen wieder mehr Fußball spielen würden.
• Lassen Sie nicht zu, dass die Kinder nach den Hausaufgaben stundenlang bei Computer-Spielen verbringen oder bis weit in den Abend im Internet surfen.
• Erklären Sie Ihrem Kind, dass es nicht den Lift, sondern die Treppen benützen sollte.
• Wichtig ist, das die Kinder weniger Fastfood essen, mehr Obst und Gemüse konsumieren und beim Fernsehen Möhren knabbern und nicht fette Kartoffelchips. Die Kinder von heute essen zuviel und machen zu wenig Bewegung.
• Schaffen Sie einen Hund an und übertragen Sie dem Kind die Aufgabe, zweimal am Tag mit dem Tier hinaus zu gehen. Noch besser wäre, wenn die ganze Familie mit dem Vierbeiner unterwegs ist.
• Stellen Sie in der Wohnung ein Fitnessgerät auf. Oder überreden Sie Ihre Kind, einem Sportverein beizutreten.
Wir müssen in diese Richtung etwas tun, weil viele Burschen und Mädchen bereits über Kreuzschmerzen klagen, schwache Muskeln haben und von Haltungsschäden gezeichnet sind. Das sind die Folgen von zu wenig Bewegung.
Bild: Prof. Bankhofer in seiner Rolle als Opa beim Fahrrad-Ausflug mit Enkelsohn Florian