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Wellness muss nicht teuer sein – die eigenen vier Wände bieten eigentlich alles, was man für eine Wellness-Kur braucht. Alles Notwendige dazu verrät Ihnen hier Prof. Hademar Bankhofer

Im Moment leiden viele Menschen unter Erkältungsinfekten, es hustet und schnupft aus allen Ecken und man hat das dringende Bedürfnis, sich etwas gutes zu tun. Wenn man nun aber keine Zeit hat, mal ein Wochenende wegzufahren und sich zu entspannen und es sich richtig gut gehen zu lassen: Kein Problem! Wellness kann man auch zu Hause machen. Aber: Wie verschaffe ich mir ein richtiges Wellness-Wochenende oder einen Abend daheim? Hier erfahren Sie es ausführlich und von besten Experten!

So wird das Badezimmer zum Kurzentrum

Viele von uns haben weder das Geld noch die Zeit, einen großen Winterurlaub zu machen, außer man hat auf den Sommerurlaub verzichtet. Dennoch braucht unser Körper gerade in der kalten Jahreszeit Entspannung, Wärme, Erholung, Stressabbau. Sie können das alles Ihrem Organismus auch zuhause für wenig Geld bieten. Machen Sie einfach in Ihrer Freizeit Ihr Badezimmer zum Kurzentrum.
 
So wird das Wannenbaden besonders gesundheitsfördernd

Steigen Sie erst 2 Stunden nach einer Mahlzeit in die Wanne.
Das Badezimmer muss gut beheizt sein.
Lassen Sie in Ihre Wanne zu 2 Drittel Wasser mit einer Temperatur von 37 Grad Celsius. Erst, wenn Sie darin sitzen, lassen Sie heißes Wasser nach, bis Sie eine Temperatur von 39 bis 40 Grad erreichen. Die richtige Badedauer: 20 bis 25 Minuten. Sie sollten dabei tief atmen.
Danach 1 Stunde im Bett ruhen und nachschwitzen. Ideal: Nach der Badekur sollten Sie Ihren Körper mit Kamillenöl, Minzöl, Ringelblumenöl oder Johanniskrautöl einmassieren.

So wird die Badewanne zum Therapie-Zentrum gegen ganz bestimmte Leiden

Bei Wechseljahr-Beschwerden genießen Sie zweimal die Woche ein Wannenbad mit Fichtennadelzusatz und bürsten dabei den ganzen Körper. Sie können ihn auch mit einem kalten Frotéelappen abreiben.
Bei rheumatischen Beschwerden lassen Sie Wasser mit einer Temperatur von 42 Grad Celsius auf den Körper einwirken. Aber nur, wenn Sie sich dabei wohlfühlen.
Gegen Frauenleiden nehmen Sie ein Wannenbad mit Moorzusätzen (Apotheke). Die Moorpräparate enthalten Pflanzenhormone. Keine Sorge: Die Wanne ist danach leicht wieder zu reinigen.
Bei Durchblutungsstörungen helfen Abreibungen in der Wanne mit einem Luffa-Handschuh (Drogerie).
Bei Kreislaufbeschwerden lassen Sie 20 Zentimeter hoch kaltes Wasser in die Wanne und steigen im Storchenschritt mit nackten Beinen darin 1 bis 3 Minuten umher.
 
Mit diesen Kräutern wird Ihr Wannenbad zum besonderen Genuss

Ein Baldrian-Bad wirkt beruhigend.
Ein Melissen-Bad beruhigt die Nerven, bekämpft psychosomatische Störungen, Migräne und Wetterfühligkeit. Die Wirkung wird intensiver, wenn man zum Melissentee noch 5 Teelöffel Melissengeist dazurührt.
Ein Brennnessel-Bad fördert die Durchblutung.
Rosmarin-Bäder bekämpfen Erkältungen.
Heublumen-Bäder eignen sich bestens gegen rheumatische Beschwerden und Muskelschmerzen.
Kamillen-Bäder stillen Krämpfe.
Lavendel-Bäder stärken den Kreislauf.
Ein Salbei-Bad stärkt den Magen.
Zinnkraut-Bäder bekämpfen Unterleibsleiden.

Grundsätzlich gilt für das Kräuter-Bad: 2 Handvoll getrocknete Kräuter (Apotheke, Drogerie) werden mit 2 Liter kochendem Wasser übergossen, 15 Minuten ziehen lassen, dann durchseihen, den Kräutersud in die mit Wasser gefüllte Wanne gießen.

Wirkungsvolle Badeelixiere

Doch es gibt außer Kräutern auch noch andere natürliche Badezusätze, welche die Wanne zum Kurzentrum machen. Hier die wirkungsvollsten Bade-Elixiere: 

Erwärmen Sie 1 Tasse Bienenhonig im Wasserbad, mit 1 Liter warmer Milch verrühren, ins Badewasser gießen. Das verschönt die Haut, beruhigt die Nerven.
Gießen Sie 3 Liter Buttermilch in die Wanne. Das hilft gegen Stoffwechselstörungen und Unterleibsbeschwerden.
Molkepräparate (Apotheke) helfen bei Hautallergien.
Gießen Sie 1/2 Liter Apfelessig in die Wanne: Das lindert rheumatische Beschwerden, stärkt die Abwehrkräfte.
Lösen Sie 1 Kilo Kochsalz aus der Küche in einem Eimer mit etwas Wasser auf. Diese Lösung gießen Sie ins Badewasser, nur 15 Minuten baden. Macht bei Müdigkeit und Abgespanntheit wieder fit. Hilft auch gegen Cellulite.
Ein Wannenbad mit Salz aus dem Toten Meer (Apotheke) wird gegen Psoriasis eingesetzt.

Sie sehen: Ihre Badewanne ist nicht bloß zum Körperreinigen da. Sie kann für Sie an ungemütlichen Wintertagen zum Kurzentrum, zur Insel der Erholung werden.
 
Der beste Muntermacher am Morgen ist die Dusche

Es kann sehr frustrierend sein, wenn im Winter morgens draußen Dunkelheit herrscht und eisige Kälte oder nasskaltes Wetter warten. Da würde man am liebsten im Bett bleiben und weiterschlafen. Dazu kommt noch, dass viele von uns gerade nach dem Aufstehen nur sehr langsam in Schwung kommen. Die einen versuchen es mit starkem Bohnenkaffee, die anderen mit Jogging oder Gymnastik. Und jene, die nichts dagegen tun, schleppen sich müde in den Tag. Dabei gibt es ein so einfaches und genussvolles Rezept: Der beste Muntermacher ist die Dusche.

Die Duschgymnastik

Aber nicht wie Sie denken: einfach tatenlos unter das laufende Wasser stellen und warten, bis man wach wird. Das ist zu wenig. Sie müssen eine ganz spezielle Dusch-Gymnastik betreiben. Jeder kann sie mitmachen. Und so funktioniert sie: 

Gleich nach dem Aufstehen gehen Sie ins Badezimmer und stellen sich unter die Dusche. Stellen Sie sich angenehm warmes Wasser ein und lassen Sie es auf den ganzen Körper einwirken. Dabei wird die Durchblutung der Muskeln und der Hautoberfläche gefördert. Die Gelenke, die nachts etwas bewegungsarm geworden sind, werden wieder geschmeidig. Diese erste Dusche sollte etwa 3 bis 5 Minuten dauern.
Jetzt haben Sie die Auswahl: Entweder Sie duschen ein paar Sekunden mit kaltem oder kühlem Wasser, oder Sie stellen die Dusche ab, tauchen einen Waschlappen in kaltes Wasser und reiben damit den ganzen Körper ab. Das ist für viele leichter zu ertragen. Beginnen Sie mit dem Abreiben - wegen des Kreislaufs - immer an den Händen, die Arme entlang nach oben, dann zum Oberkörper, schließlich die Beine abwärts.
Da die meisten von uns am Morgen durch Verspannungen eine bleierne Müdigkeit im Nackenbereich verspüren, muss nun dort die Dusch-Gymnastik einsetzen. Hier sitzen auch die Nervenpunkte, die für Fitness und Vitalität ausschlaggebend sind. Lassen Sie den angenehm warmen Wasserstrahl der Dusche auf Nacken und Rücken auftreffen. Dabei stehen Sie aufrecht, kreisen Ihre Schultern 10 Mal schwungvoll nach vorne, dann 10 Mal nach hinten.
Dann etwas die Arme ausschütteln und unter der Dusche 10 mal mit dem Kopf nicken und dabei immer wieder „Ja!“ sagen.
Anschließend lassen Sie unter dem Wasserstrahl den Kopf locker nach links und rechts pendeln und sagen dabei immer wieder „Nein, nein, nein!“
Jetzt lassen Sie wieder das warme Wasser genussvoll auf sich einwirken, tun ein paar Sekunden nichts.
Als nächstes sollten Sie einige Minuten unter der Dusche Ihren Nacken kreisen, zuerst 10 Mal nach links, dann 10 Mal nach rechts.
Jetzt greifen Sie zu einer Naturborsten-Bürste und bürsten den ganzen Körper unter dem warmen Wasserstrahl ab. Sie beginnen wieder an Händen und Armen und enden abwärts an den Beinen.
Frauen sollten nun, wenn vorhanden, zur Handbrause greifen und in kreisenden Bewegungen mit dem warmen Wasserstrahl beide Brüste massieren. Das gibt einen positiven Fitness-Effekt und strafft obendrein mit der Zeit das Gewebe.
Wenn Sie jetzt noch immer nicht richtig munter sind, dann müssen Sie noch zur Akupressur unter der Dusche greifen: Lassen Sie wieder den Strahl des Warmwassers auf den Nacken auftreffen, suchen Sie mit dem Zeigefinger der rechten Hand genau in der Mitte des obersten Nackenendes und zugleich am Ende der Schädeldecke eine deutliche kleine Vertiefung. Dahinein legen Sie die Fingerspitze, drücken 30 Sekunden, machen 30 Sekunden Pause, drücken wieder 30 Sekunden und setzen diese Punktmassage einige Zeit fort.

Sie sehen: Die Dusche ist nicht nur zur Reinigung da. Sie kann auch als Super-Muntermacher am Morgen eingesetzt werden.
 
Mit Bürsten-Massagen kann man den Körper entgiften

In der kalten Jahreszeit tauchen bei vielen Menschen immer wieder dieselben Probleme auf: Durchblutungsstörungen, Muskel-Verspannungen, unreine, raue Haut, Müdigkeit, schlechte Laune, erhöhte Schmerzempfindlichkeit und Kopfschmerzen durch zuviele Umwelt-Schadstoffe und Stoffwechselschlacken im Körper.

Das „Ganzkörper-Trockenbürsten“

Es ist nicht sehr sinnvoll, gegen solche Beschwerden und gesundheitliche Probleme Medikamente zu nehmen. Da sollte man zuerst immer natürliche Kräfte einsetzen. Eine Maßnahme wird viel zu wenig angewendet, ist aber enorm wirkungsvoll: das Bürsten. Man spricht in der Naturmedizin vom Ganzkörper-Trockenbürsten.

Man braucht dazu eine nicht zu weiche Naturborsten-Bürste. Für Körperteile, die man schwer erreichen kann, empfiehlt sich eine Badebürste mit einem langen Griff.
Die Borsten der Bürste sollten elastisch und nicht kürzer als 20 Millimeter sein. Die gebündelten Borsten sollten nicht zu dicht aneinander stehen.
Wer keine Bürste mag, der kann auch einen Massage-Handschuh aus Sisal, ein sehr raues Massage-Handtuch oder ein Handmassage-Gerät mit Holzkugeln. Lassen Sie sich da in der Drogerie oder in einem Laden für medizinische Geräte beraten.
Wichtig ist, dass die Bürste trocken ist und Zimmertemperatur hat.
 
Wie setzt man nun die heilende Bürsten-Massage ein?

Ganz einfach: Man gewöhnt sich an, jeden Morgen nach dem Aufstehen vor dem Duschen und dann wieder abends vor dem Zubettgehen den ganzen Körper zu massieren. Und das sollte so vor sich gehen: 

Stellen Sie sich nackt in einem gut erwärmten Raum hin. Am besten auf eine Frottéematte im Badezimmer.
Sie müssen grundsätzlich immer von unten nach oben zum Herzen hin massieren.
Beginnen Sie am rechten Bein. Dann wechseln Sie zum linken. Bei jedem Bein massieren Sie mit der Bürste in langen Strichen von den Zehen herauf bis zur Leiste an der Vorderseite . Und dann führen Sie die Bürste hinten über das Gesäß bis zur Hüfte.
Der Bauch wird in kreisförmigen Strichen im Uhrzeigersinn gebürstet.
Für den Rücken nehmen Sie eine Bürste mit langem Stiel und bürsten von der Wirbelsäule nach außen, zuerst nach der linken, dann nach der rechten Seite. Und zwar beginnen Sie damit in der Höhe des Kreuzbeines und setzen dann die Bürste immer eine Handbreit höher an. Und so massieren Sie nach oben.
Jetzt kommen die Arme dran, immer von den Händen nach oben zur Schulter. Zuerst befassen Sie sich mit dem rechten, dann mit dem linken Arm.
Als Letztes massieren Sie die Brust.

Ganz wichtig bei der Bürsten-Massage: Man darf niemals mit starkem Druck oder mit Gewalt bürsten. Es darf nur zu leichten Hautrötungen kommen.

Bürsten für den medizinischen Erfolg

Wenn man einen medizinischen Erfolg anstrebt und nicht nur ein Wohlfühl-Gefühl erzielen will, dann sollte man fürs erste 3 Wochen lang jeden Tag 2 Mal bürsten, dann eine Woche Pause machen und dann wieder 3 Wochen die Bürsten-Massage durchführen. Wichtig ist, dass man jedes Mal etwa 5 Minuten bürstet. Auf diese Weise kann man die Durchblutung anregen, die Ausscheidung von Giftstoffen aktivieren, die Haut verschönern und eine Reihe von Beschwerden lindern.



Prof. Hademar Bankhofer ist Journalist und stellt als solcher neue Produkte und Forschungsergebnisse vor.
Er gibt keine Kaufempfehlungen ab!
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