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Verdauungsprobleme sind eines der häufigsten Probleme: Jeden zweiten Reisenden nach Westafrika und Südamerika trifft es, in Ostafrika ist es nur jeder dritte, in Thailand jeder vierte und in den Vereinigten Staaten nur jeder zweite.
Die meisten Beschwerden sind glücklicherweise geringfügig: Durchfall, Verstopfung, Schlafstörungen. Nur jeder Achte bis Zehnte muss durchschnittlich im Urlaub ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, ein noch kleinerer Teil erkrankt ernsthafter.
Beide Risiken, jenes der ernsthaften Erkrankung ebenso wie die kleinen Beschwerden, lassen sich bereits durch eine gute Reisevorbereitung auf ein Minimum reduzieren, besonders wenn der Urlauber vor den Ferien fünf wichtige Fragen klärt:
• Wann, also zu welcher Jahreszeit, soll der Urlaub stattfinden?
• Wohin geht die Reise?
• Welches Verkehrsmittel wird benutzt?
• Wie will ich am Urlaubsort leben?
• Was mache ich bei Notfällen?
Eine Temperatur von beispielsweise 30 Grad ist für ältere Menschen, Kreislaufkranke oder kleine Kinder nicht immer gleichbleibend warm. Sie kann im Sommer - wo sich der Körper schon an wärmere Temperaturen gewöhnt hat als „angenehm behaglich“ empfunden werden.
Wer aber an einem kühlen Tag in ein Flugzeug steigt und Stunden später auf den Kanarischen Inseln landet, der wird von der Wärme „buchstäblich erschlagen“, weil sich der Körper nicht so schnell an das neue Klima anpasst.
Für die Klimabelastung ist nicht nur die Wärme in Celsius von Bedeutung, sondern auch die Verdampfungswärme des in der Luft enthaltenen Wasserdampfes. Überschreitet dieser eine bestimmte Größenordnung, dann hat ein Gesunder das Gefühl der „Schwüle“. Bei einem älteren Menschen, Kranken oder bei kleinen Kindern kann die jedoch zu einem unter Umständen riskanten „Wärmestau“ führen.
Für den Mittelmeerraum, dem bedeutendsten Feriengebiet der Mitteleuropäer, fallen mindestens einmal im Jahr alle wichtigen Orte in eine klimatisch günstige Zone. Man kann also überall hinfahren.
Nur muss der Arzt entscheiden, welche Jahreszeit am günstigsten ist. Ärzte und Meteorologen haben Klimakarten entwickelt, auf denen sie verzeichnet sind.
Vom Reiseziel hängen Schutzimpfungen und die Ausstattung der Reiseapotheke ab. Die Reiseveranstalter klären über mögliche und vorgeschriebene Schutzimpfungen auf (Polio, Tetanus, Gelbfieber, Antigen-Spritzen, Cholera, Typhus, Tuberkulose, Gehirnhautentzündung, Tollwut, die verschiedenen Möglichkeiten der Hepatitis-Vorbeugung usw.).
In die Reiseapotheke gehören auf jeden Fall Schmerztabletten, zum Beispiel Präparate mit den seit langem bewährten Wirkstoffen Acetylsalicylsäure und Paracetamol.
Wenn diese Inhaltsstoffe mit Koffein kombiniert sind, wie bei Tomapyrin zum Beispiel, tritt die Wirkung schneller ein und die Acetylsalicylsäure- und Paracetamol-Dosis sowie die mit ihr möglicherweise verbundenen Risiken sind niedriger.
Wichtig sind ferner Medikamente gegen Darminfektionen (und Verstopfung). Bei Durchfall kann medizinische Kohle hilfreich sein. Im Falle einer Verstopfung gilt das gleiche wie für die Schmerzmittel: Keine verschreibungspflichtigen Medikamente auf eigene Faust nehmen oder massive Mittel wie Rizinusöl, die im Dünndarmbereich wirken und die Nährstoff-Aufnahme negativ beeinflussen können. Mittel der Wahl sind hier Präparate, die sanft im Dickdarmbereich wirken.
Mitnehmen sollten Sie auch Wunddesinfektionsmittel, gegebenenfalls Wundsprays etc. Auch einige Naturheilmittel wie Melissengeist können nützlich sein.
Verbandsmaterial sowie ein Fieberthermometer gehören ebenfalls zur Grundausstattung. Wenn mit Kindern verreist wird, werden auch Fieberzäpfchen benötigt. Natürlich müssen auch ausreichend Präparate mitgenommen werden, die ärztlich verordnet sind. Außerdem weitere Medikamente, die davon abhängen, wie Sie am Ferienort leben wollen.
Wer seinen Urlaub in einem First-Class-Hotel verlebt und die Hotelzone nicht verlässt, der wird sich in der Regel weder großen Umstellungen in der Ernährung noch ungewöhnlichen Gefahren ausgesetzt sehen - egal, ob die Ferien auf Djerba, in Gran Canaria, Jamaika oder etwa auf der malaiischen Ferieninsel Penang verbracht werden.
Sogenannte Abenteuerurlaube erfordern eine gründlichere In· formation über die Reiseziele, ihre Vegetation, ihre Pflanzen- und Tierwelt und der von ihr ausgehenden Risiken. Die einzig sichere Vorbeugung ist das sich Fernhalten von allen möglichen Gefahren.
Das heißt
• In heißen Ländern kein offenes Eis essen, es könnte Salmonellen enthalten.
• Kein rohes Fleisch oder rohe Fische.
• Keine frischen Blattsalate (sind häufig mit Fäkalien gedüngt).
• Keine offenen Getränke.
• Vorsicht mit Trinkwasser.
Bei Reisen ins Landesinnere sind die hygienischen Verhältnisse der Restaurants mit in Betracht zu ziehen.
So könnte zum Beispiel in Thailand nicht selten Wasser aus der Wasserleitung getrunken werden. In Landgaststätten wird das Geschirr jedoch in Flüssen gespült - was bei Fremden eine gefährliche Infektion auslösen kann.
Wichtig sind auch Hinweise auf mögliche allergische Reaktionen des Körpers, die durch ungewohnte Pflanzen, Tiere oder Nahrungsmittel ausgelöst werden können (etwa auf die in Ostasien verbreitete Durian-Frucht, die überall verkauft wird. Sie riecht grässlich, schmeckt hervorragend, kann aber in Verbindung mit Alkohol gefährliche Komplikationen hervorrufen).
Eisenbahnen und Flugzeuge gelten selbst für schwangere Frauen als relativ sicher. Auto-, Bus· und Seereisen können bei längerer Dauer problematisch werden - besonders, wenn man zu „Kinetosen“, zur See- oder Luftkrankheit, neigt.
Etwa jeder zwanzigste wird so leicht seekrank, dass selbst Aufzugfahren zum Problem wird, viele sind anfällig. Ausgelöst werden diese Beschwerden durch die Einwirkung auf das Labyrinth etwa durch Rotationsbewegungen des Körpers. Sie lösen neurovegetative Phänomene aus, reizen das Brechzentrum, verursachen Übelkeit und Schweißausbrüche.
Auch psychische Einflüsse wie die Erinnerung an frühere Seekrankheiten oder Angst können dafür verantwortlich sein. Hier kann durch Vorbeugung wesentlich mehr erreicht wer· den als durch die Behandlung einer schon ausgebrochenen Krankheit. Vorbeugung fangt schon bei der richtigen Platzwahl im betreffenden Verkehrsmittel an.
Im Auto und im Bus sind die vorderen Plätze günstiger, Im Flugzeug die Sitze zwischen den Tragflächen, auf dem Schiff die Kabine, die genau in der Mitte des Schiffsrumpfes liegt.
Wer Seekrankheit fürchten muss, sollte ausgeruht die Reise antreten. Übernächtigte und Erschöpfte werden häufiger davon befallen. Ablenkung während der Reise - etwa ein gutes Buch - kann ebenfalls den Ausbruch der Beschwerden verhindern.
Medikamente gegen Reisekrankheiten enthalten meist das als Antibrechmittel wirkende Vitamin B und verschiedene weitere Substanzen. Es gibt sie in Form von Tabletten, Zäpfchen und auch Spritzen. Werden die Mittel über den Magen-Darmkanal (durch Pillen) aufgenommen, dauert es zwanzig bis 35 Minuten, bis die Wirkung eintritt. Apotheken bieten aber auch einen sogenannten „Reisekaugummi“ an, durch den Wirkstoffe gegen Übelkeit und Erbrechen über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Die Wirkung der Substanzen tritt wesentlich schneller ein.
Er braucht deshalb auch nicht vorbeugend angewendet werden, sondern erst dann, wenn die Probleme auftreten. Durch die günstigere Resorption sind die Wirkstoffe außerdem viel geringer dosiert. Nebenwirkungen wie bei den Tabletten etwa Müdigkeit fallen weg.
Was aber tun bei außergewöhnlichen NotfäIlen? Fluggesellschaften und Reiseveranstalter haben eine Verzeichnung von Medizinern. Da der Auslandskrankenschein nicht in allen Ländern akzeptiert wird, lohnt sich der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung.
Ausländische Mediziner und Kliniken werden in der Regel auf Barzahlung bestehen. Außerdem enthält sie Leistungen, die auch in Privatversicherungen mit Auslandsgeltung nicht enthalten sind (so etwa den kostenlosen Krankenrücktransport).
Zur Gesundheitsvorbeugung gehören selbstverständlich Sonnenschutzmittel mit einem ausreichend hohen Licht· schutzfaktor Ins Reisegepäck, die den Körper gegen übermäßige Lichteinwirkung schützen.
Experten wie Dr. Hartmut Neufang vom Freiöl-Institut für Hautforschung weisen besonders auf den Lippenschutz hin: "Lippen sind besonders, was die UV-Strahlen betrifft, gefährdet. Sie können keinen eigenen UV·Filter in Form von Melanin bilden und eine extreme Aussetzung der Lippen UV-Strahlen gegenüber führt langfristig zu solch unangenehmen und gefährlichen Dingen wie Lippenkrebs."
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