| Wir sehnen uns nach Licht, Luft und Sonne. Denn in den Wintermonaten haben wir sozusagen nach innen gelebt. Und damit der alte Schwung sich wieder einstellen kann, sollten wir die nächsten Wochen mit einem Frühjahrs-Aufbauprogramm gestalten
Die Brennessel weist einen hohen Gehalt an folgenden Wirkstoffen auf: Calcium, Eisen, Kalium, Phosphor, Vitamin A, B und C, Pflanzerittormotte und Chlorophyll.
Sie wird sehr vielseitig eingesetzt: bei Ausscheidungsschwächen der Nieren, entzündlichen Vorgängen der Harnwege, bei zu geringer Aktivität der Magen-, Leber- und Gallenbeschwerden, bei Gelenkleiden, Ekzemen, Akne, Allergien und nicht zuletzt bei Durchblutungsstörumgen.
Die Brennessel regt die Bildung roter Blutkörperchen an: hierdurch gelangt mehr Sauerstoff in den Organismus. Sie haben zwei Möglichkeiten, die Brennessel zu verwenden: entweder als Tee oder als Kaltansatz.
Brennesseltee: vier Teelöffel Blätter auf einen Liter Wasser, gut durchmischen lassen und abseihen. Von diesem Tee trinken Sie täglich nun mindestens einen Liter. Morgens nüchtern eine Tasse, den Rest über den Tag verteilen. Eine nachhaltige Wirkung erzielen Sie nach etwa sechswöchiger Trinkkur.
Kaltansatzkur: eine Handvoll Blätter zerschneiden, mit einem halben Liter lauwarmem Wasser übergießen, über Nacht stellen lassen, abseihen. Eine Hälfte morgens nüchtern, den Rest tagsüber trinken. Auch hier empfiehlt sich eine mehrwöchige Kur.
Vom Löwenzahn (Taraxacum officinale) sagt der bekannteste deutsche Phytologe Dr. Weiß: Alle Rheumatiker sollten am Ende des Winters eine Löwenzahnkur machen. Sein hoher Gehalt an Bitterstoffen, Mineralstoffen, Vitaminen und Enzymen garantiert seine intensive Wirkung.
Doch hier sei gleich angemerkt, dass der Löwenzahn eine recht lange Zeit braucht, um seine Wirkung entfalten zu können. Magen, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, Haut und Gelenke sind die wesentlichen Punkte- dieser hochwirksamen Pflanze. Ihre Apotheke hat den Löwenzahn in unterschiedlichen Zubereitungen in seinem Sortiment.
Ebenfalls empfehlenswert für die Frühjahrskur:
- Schafgarbe (verbessert die Durchblutung, besonders des venösen Systems)
- Wermut (stärkt Magen, Leber, Galle, Darm)
- Seifenkraut (als Umstimmungsmittel bei hartnäckigen Bronchial- und Hautleiden)
- Johanniskraut (hilfreich bei psychosomatischen Störungen. Tipp: Nach der Einnahme direkte Sonneneinstrahlungen meiden).
- Zinnkraut (kräftigt das Bindegewebe, Haut, Nägel, Haare und Augen). Auch über diese Heilkräuter berät Sie Ihr Apotheker gerne.
Zu den wiederentdeckten Frühjahrskuren gehören auch Sauerkraut-Honig-Apfel-Kuren. Eine rasch wirksame ist die folgende, die nur drei Tage dauert: pro Tag benötigen Sie mindestens ein halbes Kilo rohes Sauerkraut, eineinhalb Kilo Äpfel und drei Liter Flüssigkeit (frisches Wasser, naturreiner Apfelsaft und Sauerkrautsaft). Sonst gibt es nichts zu essen.
Versuchen Sie, während dieser Zeit Genußmittel wie Alkohol oder Nikotin einzuschränken. Kohlensäurehaltige Getränke, scharfe Gewürze und Schweinefleisch sollten Sie grundsätzlich meiden.
Muntermacher Güsse
Wenn Sie sich jetzt oft gerädert und unkonzentriert fühlen, dann hat die Frühlingsmüdigkeit zugeschlagen. Einfache und wirksame Therapie dagegen: Wechselduschen und Güsse. Sie beleben Kreislauf und Stoffwechsel, steigern den Blutdruck, beruhigen die Nerven.
Für eine Wechseldusche zunächst ein bis drei Minuten warm duschen. Dann auf lauwarm bis kalt drehen. Zuerst das rechte und dann das linke Bein abduschen, erst die Außen-, dann die Innenseiten. Nun kommen Arme, Brust, Bauch, Nacken und das Gesicht an die Reihe.
Den gesamten Vorgang noch einmal wiederholen. Tipp: Vor dem Schlafengehen nicht zu heiß oder zu kalt und insgesamt nicht zu lange duschen.
Als Muntermacher morgens sind Armgüsse empfehlenswert. Dazu brauchen Sie ein größeres Gießgefäß oder einen Schlauch und ein Badethermometer. Nach dem Guss nie abtrocknen, sondern das Wasser nur mit den Händen abstreifen und anschließend in bequemer Kleidung, am besten in einem Bademantel aufwärmen.
Ein Armguss regt den Kreislauf an, der Puls wird gleichmäßig, die Atmung tiefer und voller. Machen Sie sich den Oberkörper frei und beugen Sie sich über den Badewannenrand. Beginnen Sie mit dem rechten Arm: Führen Sie den Wasserstrahl über den Handrücken an der Außenseite von Unter- und Oberarm bis zur Schulter.
Dort einige Sekunden verweilen. Danach an der Arminnenseite bis zum Handgelenk abwärts fühlen. Das gleiche mit dem anderen Arm machen. Die komplette Anwendung sollte nur 20 Sekunden dauern.
Frühjahrsmüdigkeit raus
Wenn Sie von Frühjahrsmüdigkeit geplagt werden, überwinden Sie sie mit folgenden Tipps:
Etwa eine halbe Stunde früher aufstehen als gewohnt, längeres Schlafen verstärkt nur die Müdigkeit.
Beginnen Sie den Tag mit einem Luftbad (unbekleidet bei offenem Fenster, 1020 Minuten).
Trinken Sie täglich eine große Tasse Johanniskrauttee.
Trockenbürsten, von den Füßen bis zum Bauch, von den Fingern zum Brustkorb. Waschungen und Güsse nach Kneipp (bei Kreislauferkrankungen vorher den Hausarzt fragen).
Auf ein voluminöses Frühstück sollten Sie einige Tage verzichten. Ein Glas Gemüsesaft aus naturbelassenem Anbau, zwei Stunden danach etwas Rohost oder Obst bringt Sie auf Touren.
Hilfreich ist außerdem eine Tasse Ginsengtee (nicht bei Bluthochdruck). Die weiteren Mahlzeiten des Tages sollten eiweiß- und fettarm sein, also wenig tierische Produkte wie Fleisch, Eier, Milch oder Wurstwaren.
Frühling auf Ihren Tisch
Löwenzahn, Brennessel und Gänseblümchen kennt jeder. Leckere Wildkräuter sind aber auch Vogelmiere, Wegwarte, Melde, Malve, Hirtentäschel, Bärenklau und Brunnenkresse.
Schmackhaft sind auch die Blüten, zum Beispiel von der Taubnessel, Schafgarbe oder vom wilden Stiefmütterchen. Junge Lindenblätter sind eine wahre Delikatesse, das gleiche gilt für Huflattich- und Gänseblümchenblüten.
Wer Wildkräuter in der Küche verwenden will, sollte sie nicht mitkochen. Denn sonst verlieren sie den größten Teil ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wie Enzyme und Vitamine.
Man kann Wildkräuter kleingeschnitten in Topfen einrühren, lecker schmecken sie auch als Salat mit Avocado, Olivenöl und eventuell einer zerdrückten Knoblauchzehe.
Ein Salat kann auch aus Löwenzahn zubereitet werden, mit einigen Huflattichblüten und Gänseblümchen als Garnitur. Ebenso lassen sich Wildkräuter unter Kartoffelpüree oder Reis mischen, dadurch wertet man diese Gerichte geschmacklich und gesundheitlich auf.
Gefüllte Zucchiniblüten
8 - 12 große Zucchiniblüten, 200 g Hüttenkäse, 100 g Frischkäse, 1 Tasse frische Kräuter (z. B. Schnittlauch, Kerbel, Zitronenmelisse, Oregano) fein gehackt, Kräutersalz, Pfeffer
Die Blüten gründlich waschen und die Stempel herausbrechen. Hüttenkäse, Frischkäse und Kräuter gut vermischen, mit Kräutersalz und Pfeffer kräftig würzen. Die Füllung mit einem Teelöffel in das Innere der Blüten drücken. Blütenblätter leicht zusammendrehen, um die Blüten zu verschließen. Dazu Vollkornbrot mit Butter.
Wer Löwenzahn von der Wiese sammelt, soll dabei beachten, dass nur die kleinen Blätter gepflückt werden, die großen sind bitter. Wenn der Löwenzahn blüht, sind die Blätter ungenießbar.
Wichtig ist, dass der Löwenzahn nur von ungedüngten Wiesen als Salat serviert wird. Grüner, gekaufter sowie der gebleicht erhältliche Löwenzahn sind hingegen problemlos zu geniessen.
Blütenfrische Haut
Intensive Hautpflege ist jetzt angesagt - besonders nach den kalten Wintermonaten, der unsere Haut oft fahl, blass und unrein gemacht hat. Im Frühjahr beschert uns die Natur eine Vielfalt an heilenden Pflanzen für die Haut.
Lavendel, Fenchel und Kamille wirken zum Beispiel wohltuend, sie machen den Teint wieder frisch. Rosenwasser regeneriert beanspruchte Haut und verjüngt. Brennessel wirkt auf die Kopfhaut und repariert geschädigtes Haar.
Die Blüten der Maiglöckchen erfrischen und entstauen müde Beine nach langem Stehen. Ringelblume lindert Hauterkrankungen und entzündete Hautstellen und lässt Juckreiz verschwinden.
Die Nachtkerze schützt vor Umwelteinflüssen und reguliert den Flüssigkeitshaushalt. Sie verzögert vorzeitiges Altern und lässt die Haut rosig aussehen.
Karotten beleben fahle Gesichter und geben der Haut eine leichte, natürlich wirkende Tönung. Küchenkräuter wie Petersilie, Basilikum und Thymian schmecken nicht nur, sie regen auch die Verdauung an und entschlacken unseren Körper. So wirken sie als Schönmacher von innen.
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