Mit zehn verbreiteten Legenden aus den Bereichen Ernährung und Fitness wollen eine Ernährungsexpertin und ein Wellness-Profi aus den USA aufräumen. Julie Bender vom Baylor University Medical Center in Dallas und Phil Tyne, Direktor eines Wellness-Centers, haben eine Liste von zehn verbreiteten Mythen erstellt, die aus ihrer Sicht dem erfolgreichen Abbau von unerwünschtem Körperfett im Wege stehen.
Irrtum Nummer eins sei demnach, dass Sit-Ups allein die Schwimmreifen um den Bauch schrumpfen lassen würden. Man könne sich nicht einfach so aussuchen, an welchen Stellen man Fett verlieren wolle, meint dazu Unternehmer Tyne. Um Fett zu verbrennen, sei ein Workout empfehlenswert, das sowohl ein Herz-Kreislauf-Training als auch Kraftübungen umfasse.
Bei Mythos Nummer zwei handle es sich um die Unverzichtbarkeit von Dehnungsübungen vor dem Sport: Vor allem in Bezug auf Krafttraining empfiehlt Tyne, das Stretching an den Schluss des Workouts zu legen.
Tanken für das Training
Irrglaube Nummer drei ist nach Ansicht von Wissenschafterin Bender, dass Essen vor dem Training tabu sein sollte. Der Körper brauche vielmehr "Treibstoff" in Form von Nahrung und Flüssigkeit, damit die Muskeln hernach arbeiten können, stellt Bender klar. Sie rät, ein bis drei Stunden vor dem Sport einen Snack oder eine kleine Mahlzeit etwa Obst, Joghurt oder Vollkorntoast zu verzehren, um den Körper auf gesunde Weise aufzutanken.
Wer Angst hat, durch Gewichtetraining allzu muskulös zu werden, sitzt nach Meinung von Wellness-Profi Tyne Mythos Nummer vier auf. Durch das Stemmen von Gewichten bekomme man nicht gleich eine Bodybuilder-Figur. Entwickeln sich die Muskeln dennoch über das ästhetische Wunschbild hinaus, rät Tyne beim Training zu weniger Gewicht und mehr Wiederholungen.
Fett & Kalorien
Fehler Nummer fünf ist laut Bender, Fett prinzipiell für schlecht zu halten: Man müsse zwischen "guten" und "bösen" Fetten unterscheiden, ruft die Expertin in Erinnerung und empfiehlt etwa Avocados, Nüsse und Fisch als gesunde Fettquellen. Irrtum Nummer sechs besteht für Bender in dem Glauben, die Einschränkung von Kalorien wäre der beste Weg, um abzunehmen. Eine allzu drastische Reduktion der Energieaufnahme zeige nur selten nachhaltige Erfolge. Ausschlaggebend sei die Kombination von in Maßen verringerter Kalorienaufnahme und Bewegung.
Irrglaube Nummer sieben: Von gesunden Nahrungsmitteln könne man essen, soviel man wolle. "Gesund oder nicht, man muss trotzdem auf die Portionsgrößen achten", macht Bender deutlich. Fehlannahme Nummer acht ist nach Meinung Tynes, dass sich Körperfett durch Bewegung in Muskelmasse verwandle. Es handle sich um zwei unterschiedliche Formen von Zellen. Man könne Fett abbauen und durch Muskeln ersetzen, aber nicht das eine in das andere "umwandeln".
Nacht-Snack & Schweißausbruch
Mythos Nummer neun ist für Bender, dass Essen zu später Stunde zu Gewichtszunahme führe. Dies werde deshalb angenommen, weil die abendliche Nahrungsmittelauswahl meist eine kalorienreiche sei. Wenn man in der ersten Tageshälfte nicht genug esse, bekomme man später Heißhunger. Bender empfiehlt, den Tag mit einem Frühstück zu starten und Mittag- und Abendessen etwa gleich groß zu halten. Dann könne man auch einen kleinen nächtlichen Snack genießen, ohne Angst vor einer unverhältnismäßigen Gewichtszunahme haben zu müssen.
Märchen Nummer zehn schließlich sei, dass man bei einem guten Training schwitzen müsse. Man könne ohne weiteres bei Tätigkeiten Kalorien verbrauchen, bei denen man nicht in Schweiß ausbricht etwa beim Schwimmen, Spazierengehen oder bei leichtem Gewichtetraining, meint Tyne.
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