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Auch Kräuter gehören zur gesunden Ernährung

Biogarten-Experte Karl Ploberger erklärt, wie man die Kräuter richtig anbaut, pflegt und erntet, Prof. Hademar Bankhofer verrät die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Kräuter und ihren Einsatz im Rahmen einer ausgewogenen, gesunden Ernährung.

Wenn es um die gesunde Ernährung geht, dann denkt man in erster Linie an Vollkornprodukte, an wenig Fleisch, wenig tierische Fette, an frisches Obst und Gemüse. Aber man denkt im ersten Augenblick nicht unbedingt an Kräuter. Dabei sind sie speziell bei der gesunden Ernährung der Tupfen auf dem i. Denn die Kräuter sorgen dafür, daß das Gesunde auch köstlich schmeckt. Aber außer der Gaumenfreude verfolgen die Kräuter noch viele Aufgaben für unsere Gesundheit, Fitness und Vitalität.
Doch das schaffen all die Kräuter nur unter einer Voraussetzung. Sie müssen richtig angebaut und gehegt und gepflegt werden. Sie brauchen den richtigen Boden, auf dem sie sich beim Wachsen wohlfühlen. Sie müssen liebevoll kultiviert und auch zur richtigen Zeit geerntet werden. Es kann richtig Spaß machen, Kräuter selbst zu ziehen: egal ob im Garten, auf dem Balkon, auf der Terasse oder auf der Fensterbank.

Basilikum eignet sich am besten als frisches Gewürz. Getrocknet hat es keine Wirkung. Es stärkt den Magen, hilft gegen Blähungen und regt die Aktivität des Gehirns an. Das ist auf die beiden Bioativstoffe Eugenol und Estragol zurückzuführen, mit denen das ätherische Öl angereichert ist.
Durch seinen würzigen, pfeffrig-zitronigen Geschmack eignet es sich gemeinsam mit Olivenöl und Tomaten kleingehackt als Brotbelag, oder gemeinsam mit Tomaten und Mozzarella als beliebte meditarrene Vorspeise. Die klassische Zubereitung in der Küche ist Pesto: Spaghetti mit kalt zubereiteter Basilikum-Soße.
Sehr reizvoll ist es, Basilikum-Öl herzustellen, das sich vorzüglich für Salate eignet. Man schiebt in einem Flasche mit kaltgepreßtem Olivenöl je nach Geschmack mehr oder weniger zarte Basilikum-Blattspitzen, läßt das Ganze 14 Tage verschlossen auf dem Fensterbrett stehen. Fertig.

Ein Küchenkraut, das in unserer täglichen Ernährung ein große Rolle spielt, ist die Kresse, die man jetzt überall im Supermarkt in diesen Boxen kaufen kann. Man kann sie aber auch selbst anbauen. Sie keimt und wächst sehr schnell und vermittelt jedem Hobbygärtner ein Erfolgserlebnbis.
Und was kann man in Sachen Ernährung und Gesundheit über die Kresse sagen? Durch die scharfen ätherischen Senföle und Bitterstoffe, die sie in reichem Maße enthält, schmeckt die Kresse angenehm scharf und erfrischend. Man sollte die mit der Schere abschneiden, gut waschen und dann sofort auf den Blattsalat oder aufs Butterbrot streuen.
Man kann sie auch in Topfen einrühren als Brotaufstrich konsumieren. Kressereinigt die Nieren, fördert den Gallenfluß und stärkt die Immunkraft gegen Erkältungen.

Das Jod der Kresse stärkt die Schilddrüse auf sanfte Weise. Und das Spurenelement Chrom steuert das Sattsein. Daher ist der regelmäßige Genuß von täglich einer Handvoll Kresse eine ideale Unterstützung bei jedem Abnehmprogramm im Frühling.
Wenn man Kräutersoßen mit Kresse würzen möchte, dann darf man sie erst im letzten Augenblick vor dem Servieren mit der Schere dazuschnippeln.

Rosmarin aktiviert mit seinen zahllosen ätherischen Ölen und Bioaktivstoffen Herz und Kreislauf, hilft bei zu niedrigem Blutdruck und bei Erschöpfungszuständen. Rosmarin gibt Schwung und Energie.
Rosmarin wirkt aber auch bei Verdauungsstörungen, fördert die Durchblutung und die Gedächtnisleistung. Einreibungen mit Rosmarinöl können da helfen.
In der Küche hat Rosmarin eine große Bedeutung als Gewürz für Kaninchen, Huhn und Lamm. Wunderbar wird die frische Makrele am Grill mit Rosmarin.In der Mittelmeerküche spielt Rosmarin eine bedeutende Rolle. Man würzt Schafkäse, Champignons, Steinpilze und Oliven damit. Rosmarin paßt herrlich zu Bratkartoffeln und auf die Pizza.

Beim Salbei kommt der Spruch des griechischen Arztes Hippokrates besonders zur Geltung: Eure Nahrungsmittel sollen Heilmittel, und Eure Heilmittel Eure Nahrungsmittel sein. Beim Namen Salbei denken alle immer in erster Linie an den Salbeitee zum Trinken und Gurgeln, mit dem man Halsschmerzen und Heiserkeit bekämpft, aber auch an eine Kur gegen übermäßiges Schwitzen. Die Wirkung kommt vom ätherischen Öl Thujon, dem Bitterstoff Carnosol und Flavonoiden.
Doch der Salbei hat auch in der Küche eine große Bedeutung, da er aromatisdch riecht, schwach bitter ist und sehr würzig schmeckt. Salbei sollte man immer sparsam einsetzen und am besten die frischen Blätter verwenden.

Salbei paßt hervorragend zu Lamm, Schweinefleisch und zum Aal. Wunderbar ist, wenn man Ente oder Gans mit einer Fülle aus Zwiebel und Salbeiblättern würzt. Faschiertes bekommt durch Salbei ein wunderbares Aroma und wird besser verdaut.
Ein Genuß für alle, die leichte Bitterstoffe mögen, ist die Salbeibutter, die man im Frühjahr aus den kleinen, zarten Salbeiblättern zubereitet: Die Blätter werden gut gewaschen und einem Küchenpapier getrocknet. Dann hackt man sie ganz klein und gibt sie ganz kurz in den Mixer. Dann rühren Sie diesen Blätter-Brei in ein Stück weiche Butter, geben etwas Salz und Pfeffer dazu. Man streicht die Salbeibutter auf Roggenbrot.
Eine italienische Spezialität ist Pasta a la Salvia: Nudeln mit Salbeisoße. Die Salbeiblätter werden wie die Basilikumblätter bei Pesto roh verarbeitet. Salbei wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und regt die Verdauung an. Er stärkt die Immunkraft der Atemwege.

Das alles sind Beweise, wie wichtig viele Kräuter für eine gesunde, ausgewogene Ernährung sind, allein schon, weil sie verhindern,daß man zuviel Salz in der Küche verwendet und weitaus kreativer würzen lernt.



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