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Die Heilpflanzen-Medizin setzt gegen die Pollenallergie in den letzten Jahren mit großem Erfolg das indische Lungenkraut ein. Die Therapie kommt aus der Ayurveda-Medizin. Im Mittelpunkt steht der homöopathische Extrakt aus den Blättern des Adhatoda- Strauches.
Das Homöopathikum aus dem indischen Lungenkraut hat zwei Wirkeigenschaften. Man kann damit gezielt die Heuschnupfen-Beschwerden behandeln, aber auch im Sinne der Ganzheitsmedizin die körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte stärken.
Der Körper lernt, sich gegen die Pollen-Attacken auf natürliche Weise zur Wehr zu setzen. Offensichtlich ergänzen sich hier sinnvoll mehrere Eigenschaften des indischen Lungekrautes: die Histamin-Ausschüttung wird gebremst und das Immunsystem , das bei der Allergie verrückt spielt, wieder normalisiert
Man nimmt über einen längeren Zeitraum 3 Mal täglich 10 Tropfen der homöopathischen Tinktur.
Seit kurzem gibt es eine ganz andere, interessante Therapie. Der deutschen Menschen-und Tier-Mediziners DDr. Franz Starflinger aus Burghausen hat herausgefunden: Kühe kennen keine Pollen-Allergie, obwohl sie den ganzen Tag ihren Kopf im Gras und an Sträuchern bewegen.
Durch diesen ständigen Kontakt zu Pflanzenpollen haben Kühe alle Abwehrmittel gegen eine Überreaktion des Immunsystems auf diese Reizstoffe in sich. Es liegt auf der Hand, dass die Mutterkuh alle erforderlichen Immun-Informationen gegen Pollen auch an das Kalb weitergibt. Und das tut sie mit der Muttermilch. Diese Tatsache kann sich auch der Mensch zunutze machen.
Das bedeutet: In der Milch, welche die Mutterkuh 48 Stunden nach dem Kalben, an ihr Junges weitergibt, sind viele Schutzstoffe enthalten, darunter aber auch die notwendigen Immun-Eiweiße, die gegen Pollenallergie wirken. Und diese Immun-Eiweiße sind bei Rindern und Menschen nahezu identisch. Sie können daher von der Muttermilch der Kuh auch an den Menschen weitergegeben werden. Das ist eine neue Erkenntnis, mit der DDr. Starflinger Aufsehen erregt.
Dazu muss man wissen: Wenn eine Frau ein Kind bekommt, dann wird das werdende Kind schon im Mutterleib mit Schutzstoffen fürs Leben versorgt. Den Rest erhält es über die Muttermilch an der Mutterbrust. Beim Rind ist es anders. Das Kalb wird in der Kuh in keiner Weise mit Vitalstoffen versorgt. Die kriegt es alle erst nach der Geburt durch die Muttermilch, die von der Kuh in den ersten 48 Stunden nach dem Kalben abgegeben wird.
Das ist eine ganz andere Milch als die normale Kuhmilch. Sie ist viel wertvoller. Die Kuh gibt etwa 10 Liter, das Kalb benötigt bloß 5 Liter. Daher werden die restlichen 5 Liter zu einer Naturmedizin verarbeitet.
Man spricht in der Medizin von der Kolostralmilch, Vormilch, Lac Vital oder Erstmilch. Sie wird im Labor zu einer fast glasklaren Flüssigkeit verarbeitet. Sie kann als solche eingesetzt oder als Trockenextrakt zu Kapseln verarbeitet werden. Kolostralmilch-Produkte gibt es in der Apotheke, müssen aber meist bestellt werden.
Bisher hat man Kolostralmilch gegen Verdauungsprobleme wie Gastritis und Dauerdurchfall, gegen Erschöpfung, aber auch zum allgemeinen Aufbau der Immunkraft eingesetzt. Kolostralmilch wird in manchen europäischen Ländern seit Jahren auch in der Aids-Behandlung unterstützend eingesetzt.
Und jetzt hat man die neue Wirkung entdeckt. Die Vor-Milch kann den Pollenallergiker stark machen gegen die Allergie-Anfälligkeit.
Es gibt auch einfache Hausmittel und Naturrezepte, mit denen man sich gegen die Pollen-Allergie stark machen oder zumindest die Allergie-Symptome verringern kann:
Amerikanische Ärzte haben in der rohen Zwiebel das Flavonoid Quercetin entdeckt. Dieser Pflanzenfarbstoff blockiert jene Zellen im menschlichen Körper, die bei allergischen Reaktionen das Gewebshormon Histamin ausschütten. Die Zwiebel ist sozusagen in sanfter Weise ein natürliches Antihistaminikum. Man muss allerdings vorerst herausfinden, ob man eventuell auch gegen die Zwiebel allergisch ist. Auch das kann in seltenen Fällen sein.
Testpersonen in den USA, die an Gräserpollen-Allergie litten, fühlten sich viel besser, als sie täglich einen halben Liter Joghurt löffelten. Es hat sich in Untersuchungen herausgestellt: Die Bakterien-Kulturen im Joghurt haben eine allergielindernde Wirkung. Und: Die Joghurt-Bakterien verstärken die körpereigene Produktion von Gamma-Interferon. Und diese Substanz macht den Menschen stark im Kampf gegen Allergien.
Auch Trink-Kuren mit täglich einem Liter Brennnesseltee - sowohl aus frischen als auch aus getrockneten Brennnesselblättern - brachten merkbare Erfolge. Auch in der Brennnessel - so stellten die amerikanischen Ärzte fest - sind histamin-blockierende Stoffe.
Viele dieser natürlichen Rezepte sind oft nur als sinnvolle Unterstützung der ärztlichen Allergie-Behandlung zu sehen. Sie tragen aber entscheidend dazu bei, die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern. So manches Rezept war aber auch schon für viele Pollen-Allergiker das Super-Mittel, das ihnen endlich hilft ...
Was sind denn die typischen Symptome für die Pollen-Allergie?
Prof. Bankhofer: Die typischen Symptome für die meist verbreitete Allergie: laufende Nase, starker Niesreiz, juckende, tränende und gerötete Augen, Hustenanfälle, Hautausschläge, Atembeschwerden. Die Lebensqualität des Pollen-Allergikers ist mitunter den ganzen Sommer schwer beeinträchtigt.
Wann weiß ich, ob ich eine harmlose Frühlings-Erkältung habe oder ob es sich um eine Pollen-Allergie handelt?
Prof. Bankhofer: Auch als medizinischer Laie kann man das erkennen: Ist das Sekret aus Nase und Bronchien wässrig und klar, und sind dabei die Augen gerötet und tränen, dann ist es eine Allergie. Ist das Sekret trübe, eitrig, schleimig und verfärbt, ist es eine Erkältung.
Viele achten nicht darauf, glauben jahrelang, sie leiden an einem Schnupfen und haben in Wahrheit eine Pollen-Allergie.
Gibt es Menschen und Altersgruppen, die besonders unter der Pollen-Allergie leiden?
Prof. Bankhofer: Früher war die medizinische Erfahrung: Die meisten Pollen-Allergiker gibt es zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr. Dann nimmt die Allergieanfälligkeit wieder Schritt für Schritt ab. Davon ist plötzlich keine Rede mehr. Auf der einen Seite nimmt die Allergie bei Kindern enorm zu. Auf der anderen Seite erleben viele Menschen um die 40 oder 50, die ein Leben lang gesund waren, dass sie plötzlich stark unter den Pollen leiden. In vielen Allergie-Ambulatorien hat man sogar festgestellt, daß Senioren um die 70 erstmals erkranken und sehr darunter leiden.
In den letzten acht Jahren verzeichnet die Medizin 70 Prozent mehr Pollenallergiker. Das bedeutet: Es leiden schon fast 16 Millionen Deutsche und Österreicher unter dem Heuschnupfen. Solche Steigerungs-Raten hat in unseren Breiten keine andere Krankheit. Bei Kindern liegen die Werte noch höher.
Wie kommt es eigentlich zur Pollen-Allergie? Was geht da im Organismus vor?
Prof. Bankhofer: Die Pollen, die in dieser Jahreszeit durch die Luft fliegen, treffen auf die Nasenschleimhäute .Hier quellen sie auf und platzen. Der Körper kommt nun in Kontakt mit dem artfremden Blüten-Eiweiß. Er wehrt sich heftig dagegen.Denn er unterliegt einem Mißverständnis. Die Pollen haben nämlich eine große Ähnlichkeit mit klassischen Krankheitserregern.Sie sind etwa gleich groß ( 0,0002 Millimeter), enthalten viel Eiweiß und kommen über die Atemwege.
Das Immunsystem schätzt die Invastoren falsch ein, wird aktiv wie bei echten Krankheitserregern und produziert verstärkt Antikörper. Treffen diese auf die Pollen, werden verschiedene Mediatoren freigesetzt. Sie lösen Entzündungen aus. Die bekannteste Substanz ist Histamin. Es ist für das Jucken der Augen, für den Schnupfen und für das Asthma verantwortlich. Der Überschuß an Histamin löst im Organismus all die bekannten Beschwerden aus.
Warum erkranken immer mehr Menschen an der Pollen-Allergie, und zwar aus heiterem Himmel?
Prof. Bankhofer: Wir sind in zunehmendem Maße großen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Wir nehmen täglich - zum Teil unkontrollierbar - mit der Luft, mit dem Wasser und mit der Nahrung - Gifte und Schadstoffe auf. Eine Zeit lang verkraftet das der Organismus. Aber eines Tages ist für jeden Menschen das Maß voll. Und dann wehrt er sich. Und dann bricht das Immunsystem der Pollen wegen zusammen. Schuld aber ist die Summe der Einflüsse.
Das hat aber nichts mit dem lebenswichtigen Kontakt mit harmlosen Keimen und normalem Schmutz zu tun. Er ist wichtig, damit das Immunsystem gesund reagiert und arbeitet. Es hat sich gezeigt, dass Kinder, die besonders hygienisch abgeschirmt aufwachsen, besonders allergieanfällig sind. Daher hat das Immunsystem zu wenig Erfahrung sammeln können, um Bakterien und Viren von Pollen zu unterscheiden.
Warum werden die allergischen Reaktionen beim Heuschnupfen immer stärker, immer folgenschwerer und gefährlicher?
Prof. Bankhofer: Durch massive Umweltbelastungen sind unsere Atemwege geschwächt. Die Pollen können tiefer eindringen. Gleichzeitig sind die Pollen selbst von vielen Giften und Schadstoffen belastet. o Und obendrein schicken viele Pflanzen - um trotz Umweltbelastungen zu überleben - mehr Pollen als früher in Umlauf. Ein Kubikmeter Luft enthält derzeit etwa 3.000 bis 3.500 Pollenkörner. Bereits 50 reichen jedoch aus, um beim Allergiker eine Histamin- Reaktion auszulösen.
Es gibt einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Allergiehäufigkeit. Allergie-Experten der Hautklinik der Technischen Universität Münchhen haben festgestellt, dass in dieser Saison schon im Dezember anstatt im Februar die ersten Haselnuß-Pollen durch die Luft schwirrten. Durch die allgemeine Klima-Erwärmung in unseren Breiten fliegen die meisten Pollen längere Zeit. Dazu meint Prof. Dr. Johannes Ring, Direktor der Hautklinik und Vorsitzender der deutschen Akademie für Allergologie und Umweltmedizin: "Die Heuschnupfen-Saison beginnt immer früher und endet immer später!"
Und noch ein Effekt läßt sich feststellen: Pflanzen, die bisher in unseren Breiten nicht vorkamen und auch gar nicht bekannt waren, breiten sich plötzlich bei uns aus. Ein typisches Beispiel ist "Ragweed", das Taubenkraut aus Nordamerika. Es löst von August bis Oktober auch bei uns - wie in seiner Heimat - mit den aggressiven Pollen seiner Blüten Allergien aus.
Wie sieht die wichtigste Selbsthilfe für den Pollen-Allergiker aus?
Prof. Bankhofer: Nicht bei geöffnetem Fenster schlafen. Und wenn, dann um 4 Uhr früh die Fenster schließen. Da beginnt der Pollenflug. Nicht ins Grüne gehen.
Autofenster geschlossen halten. Nicht die Lüftung einschalten, oder Pollenfilter einbauen lassen. Keine Blumen im Schlafzimmer. Urlaub in pollenfreien Gebieten verbringen: im Hochgebirge, am Mittelmeer, auf einer Nordsee-Insel. In jedem Fall ärztliche Betreuung suchen.
Wenn Sie in die Natur gehen, dann ziehen Sie einen Laubwald vor. Er filtert die Pollen der Wiese. Wenn Sie unterwegs waren, waschen Sie gleich die Haare. Sie haben keine Ahnung, wieviel Pollen sich darin verfangen haben. Nicht Rasenmähen. Keine anstrengenden Arbeiten im Freien durchführen. Zuhause Luftreiniger mit speziellen Filtern laufen lassen.
Was geschieht , wenn ich zur Pollenzeit niese, schneuze und huste und nichts dagegen unternehme? Wie gefährlich kann eine unbehandelte Pollen-Allergie werden?
Prof. Bankhofer: Der Heu-Schnupfen - die Pollen-Allergie - ist ein besonders lästiges und qualvolles Leiden. Viele, die davon betroffen sind, machen einen großen Fehler und gefährden sich damit selbst. Sie unterschätzen die Symptome und denken: Das Niesen, die tränenden Augen, das Husten - alles ist sehr unangenehm, aber harmlos. Weit gefehlt! Der allergische Schnupfen ist der heimtückische Beginn einer verhängnisvollen Krankheitslawine, die im Endeffekt auch das Leben kosten kann. Daher ist so früh wie möglich der Weg zum Arzt notwendig. Am besten zum Facharzt: zum Allergologen.
- Zuerst spielen sich die allergischen Reaktionen tatsächlich nur im Bereich der Augen, der Nase und der oberen Luftröhre ab.
- Als nächstes aber greift die Krankheit auf die Bronchien über, belastet die gesamte Lunge.
- Daraus wird oft ein allergisches Asthma mit beängstigenden Anfällen.
- Im weiteren Verlauf wird die chronische Bronchitis zu einem Lungen-Emphysem, einer Bläh-Lunge. Große Teile der Lunge geben ihre Funktion auf. Durch diese Luftnot kann es zum Versagen des rechten Herzmuskels kommen.
Das bedeutet: Vom ersten Augenblick an, da jemand entdeckt, dass er an einer Pollen-Allergie leidet, muß er sofort etwas dagegen unternehmen. Die wirksamste und ungefährlichste Waffe ist nach wie vor: Man geht den bedrohlichen Pollen aus dem Weg.
Das setzt voraus, dass man Detektiv spielt und am besten selbst herausfindet, auf welche Pollen-Arten man so schlimm reagiert.
Wie soll man das machen?
Prof. Bankhofer: Beobachten Sie sich genau: Rinnt die Nase immer dann besonders, wenn Sie an einem ganz bestimmten blühenden Strauch vorbeigehen. Fühlen Sie sich besonders elend, wenn Sie in einem Garten, in einem Blumenladen neben ganz bestimmten Blüten stehen?
Wie wichtig ist ein Allergie-Test?
Prof. Bankhofer: Sehr wichtig. Er beginnt mit einem ausführlichen Gespräch beim Allergologen, denn eine Allergie kann auch vererbbar sein. Dann muss eine aufwendige Allergie-Diagnose folgen. Einfache Blutproben sind zu wenig. Das muss ein Test im Allergielabor sein. Als erstes aber muß auf der Haut - auf dem Rücken oder am Arm - ein Allergie-Test durchgeführt werden.
Der Arzt trägt in verschiedenen Feldern verschiedene allergieauslösende Substanzen auf. Und schon nach kurzer Zeit kann er an Hand der Reaktionen auf den einzelnen Hautabschnitten jene Stoffe erkennen, auf die der Patient allergisch ist. Und dann kann die Behandlung beginnen.
Welche Möglichkeiten bietet heute die moderne Medizin?
Prof. Bankhofer: Man setzt heute kaum noch Cortison ein. Viele Allergologen bieten heute eine Immun-Therapie an: Das Immunsystem wird gestärkt.
Antiallergika, die man einmal am Tag nimmt. Als Tabletten.Injektionen werden nur in Notfällen gegeben. Man gibt da meist Adrenalin, kombiniert mit einem Mediklament, mit einem Antihistaminikum.
Dann gibt es die unspezifische Desensibilisierung aus der Naturmedizin. Der Körper wird mit homöopathischen Extrakten aus der Apotheke gegen die Allergie gestärkt: mit Extrakten aus Bienensekreten , aus der Ameisensäure und aus den Heilpflanzen Herzsamen und Zaunrebe. Manche dieser Substanzen wirken ausleitend, andere setzen wichtige Reize.
Diese Extrakte werden kombiniert in flüssiger Form vom Arzt verabreicht . Der Arzt startet die Behandlung mit einer Injektion.Dann nimmt man die Extrakte in Form von Tropfen ein. In 1/2 Glas Wasser ein- bis dreimal am Tag 10 Tropfen.
Wenn nach einem Allergie-Test - wie oben erwähnt - eine eindeutige Diagnose feststeht, wenn Exakt der Allergie-Auslöser feststeht, dann leitet man eine Behandlung ein,die man als Spezifische Immuntherapie, als Hyposensibilisierung oder neuerdings als Allergie-Impfung bezeichnet .
In den letzten Jahren ist diese Behandlungsmethode neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepaßt worden. Und so kann man heute von einer Allergie-Impfung sprechen. Sie ist eine ursachen-bekämpfende Therapie. Antihistaminika, Beta 2 Antagonisten, Medikamente - bekämpfen bloß die Symptome.
Und wie geht nun die Allergie-Impfung vor sich?
Prof. Bankhofer: Zuerst muß festgestellt werden, welches Allergen dem Patienten zu schaffen macht. Und dann wird in einem Spezial-Labor für den Patienten ein ganz individueller Impfstoff hergestellt. Die Grundlage ist das Allergen,das zum Beispiel bei der Pollenallergie aus den speziellen Pollen herausgelöst und zu einem standardisiertem Extrakt verarbeitet wird. Die Basis sind hochkomplizierte Eiweiß-Verbindungen.
Aus diesem Extrakt wird dann die Impflösung hergestellt. Und zwar werden mehrere verschiedene Lösungen produziert:mit steigenden Konzentrationen.
Zu Beginn der Behandlung bekommt der Patient all 1 bis 2 Wochen eine Impfung und zwar in steigenden Dosen. Dann holt sich der Patient 2 bis 3 Jahre lang alle 2 bis 3 Monate eine Impfung. Der Sinn dabei: Das Immunsystem wird so trainiert, dass es sich ans Allergen gewöhnt und keine überschießenden Reaktionen zeigt. Diesem Ziel kommt der Paient mit jeder Impfung näher.
Die Erfolgsquote beträgt bei Pollen-Allergie 80 Prozent. Für all jene - vor allem Kinder -, die Angst vor Spritzen haben - gibt es bereits Schluckimpfungen.
Immer wieder wird gefragt: Gibt es Nebenwirkungen?
Prof. Bankhofer: Der Patient bleibt nach der Impfung noch einige Zeit - mindestens 30 Minuten - in der Ordination unter der Kontrolle des Arztes . Es kann zu Gewerbsverhärtungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen,Nervosität kommen.
Da dem Patienten Substanzen injiziert werden, die ihn normalerweise krank machen, muss streng kontrolliert werden, damit kein Allergie-Schock entsteht. Daher muss diese Behandlung beim Allergologen durchgeführt bwerden, der auf diesem Gebiet die Top-Erfahrung hat.
Welches Heilkraut kennt die Heilpflanzen-Medizin gegen die Pollenallergie?
Prof. Bankhofer: Da gibt es eine neue, vielversprechende Therapie aus der traditionellen Ayurveda- Medizin. Im Mittelpunkt steht der homöopathische Extrakt aus den Blättern des Adhatoda- Strauches, vielen auch als indisches Lungenkraut bekannt. Nach den strengen Vorschriften des homöopathischen Arzneibuches wird in einem aufwendigen Verfahren aus den Blättern des 2 Meter hohen Adhatoda-Strauches eine zart grüne Essenz gewonnen. Daraus wird die spezielle homöopathische Tinktur Allergin hergestellt.
Das Homöopatikum aus dem indischen Lungenkraut hat zwei Wirkeigenschaften. Man kann damit gezielt die Heuschnupfen-Beschwerden behandeln, aber auch im Sinne der Ganzheitsmedizin die körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte stärken. Der Körper lernt, sich gegen die Pollen-Attacken auf natürliche Weise zur Wehr zu setzen. Offensichtlich ergänzen sich hier sinnvoll mehrere Eigenschaften des indischen Lungekrautes: die Histamin-Ausschüttung wird gebremst, die Mastzellen werden stabilisiert, das Immunsystem , das bei der Allergie verrückt spielt, wieder normalisiert.
Die homöopathische Naturarznei aus den Blättern des Adhatoda-Strauches gilt bei vielen Therapeuten als großer Hoffnungsträger im Kampf gegen den Heuschnupfen. Man nimmt über einen längeren Zeitraum 3 Mal täglich 10 Tropfen der homöopathischen Tinktur.
Stimmt es, dass Kühe keine Pollen-Allergie kriegen können? Dabei haben sie doch den ganzen Tag den Kopf im Gras, haben starken Pollen-Kontakt ...
Prof. Bankhofer: Das stimmt. Dazu gibt es interessante Arbeiten des deutschen Menschen-und Tier-Mediziners Dr. Dr. Franz Starflinger aus Burghausen. Er hat herausgefunden: Durch diesen ständigen Kontakt zu Pflanzenpollen haben Kühe alle Abwehrmittel gegen eine Überreaktion des Immunsystems auf diese Reizstoffe in sich.
Es liegt auf der Hand, dass die Mutterkuh alle erforderlichen Immun-Informationen gegen Pollen auch an das Kalb weitergibt. Und das tut sie mit der Muttermilch. Diese Tatsache kann sich auch der Mensch zunutze machen.
Das bedeutet: In der Milch, welche die Mutterkuh 48 Stunden nach dem Kalben, an ihr Junges weitergibt, sind viele Schutzstoffe enthalten, darunter aber auch die notwendigen Immun-Eiweiße, die gegen Pollenallergie wirken. Und diese Immun-Eiweiße sind bei Rindern und Menschen nahezu identisch. Sie können daher von der Muttermilch der Kuh auch an den Menschen weitergegeben werden.
Das ist eine neue Erkenntnis, mit der Dr. Dr. Starflinger Aufsehen erregt. Dazu muß man wissen: Wenn eine Frau ein Kind bekommt, dann wird das werdende Kind schon im Mutterleib mit Schutzstoffen fürs Leben versorgt. Den Rest erhält es über die Muttermilch an der Mutterbrust. Beim Rind ist es anders.
Das Kalb wird in der Kuh in keiner Weise mit Vitalstoffen versorgt. Die kriegt es alle erst nach der Geburt durch die Muttermilch, die von der Kuh in den ersten 48 Stunden nach dem Kalben abgegeben wird. Das ist eine ganz andere Milch als die normale Kuhmilch. Sie ist viel wertvoller. Die Kuh gibt etwa 10 Liter, das Kalb benötigt bloß 5 Liter. Daher werden die restlichen 5 Liter zu einer Naturmedizin verarbeitet.
Man spricht in der Medizin von der Kolostralmilch, Vormilch, Erstmilch oder von Lac Vital. Sie wird im Labor von Eiweiß und einer Reihe von Randprodukten befreit, wird zu einer fast glasklaren Flüssigkeit verarbeitet. Sie kann als solche eingesetzt oder als Trockenextrakt zu Kapseln verarbeitet werden. Kolostralmilch-Produkte gibt es in der Apotheke, müssen aber meist bestellt werden.
Bisher hat man Kolostralmilch gegen Verdauungsprobleme wie Gastrits und Dauerdurchfall, gegen Erschöpfung, aber auch zum allgemeinen Aufbau der Immunkraft eingesetzt. Kolstralmilch wird in manchen europäischen Ländern seit Jahren auch in der Aids-Behandlung unterstützend eingesetzt.
Und jetzt hat man eine neue Wirkung entdeckt. Die Vor-Milch kann den Pollenallergiker stark machen gegen die Allergie-Anfälligkeit. Die Kolostral-, Vor- oder Erst-Milch von der Kuh versorgt die körpereigenen Abwehrkräfte des Menschen so enorm mit Aminosäuren, Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen, Immunglobulinen und anderen Reparatur-Faktoren, dass die Immunkraft sich viel besser gegen die Allergie zur Wehr setzen kann.
Die sinnvollste Art, selbst etwas gegen die Allergie zu tun, lautet also, den Allergie-Auslöser erkennen und meiden.
Prof. Bankhofer: Dazu sollte man wissen: Welche Pollen lösen zu welcher Jahreszeit eine Allergie aus:
- Birken-Pollen von Anfang März bis Ende Mai.
- Erle-Pollen von Mitte Januar bis Anfang April.
- Haselnuß: bis Ende April.
- Eiche von Mitte April bis Ende Mai. Ebenso die Rotbuche.
- Hainbuche, Pappel, Weide, Ulme und Esche: März, April und Mai.
- Linde: Juni, Juli, August, September.
- Nessel: von Mai bis September.
- Gänsefuß: Anfang Juni bis Anfang September.
- Sauerampfer: Mai bis Juli.
- Spitzwegerich: Mai bis Anfang September.
Eines ist klar: Wenn Betroffene an ihrer Pollen-Allergie leiden, dann dürfen Sie absolut keinen Honig und keine Kräutertees aus Kräuterblüten konsumieren. Die darin in kleinsten Mengen enthaltenen Pollen können sehr gefährlich werden.
Wieso können Pollen-Allergiker auch auf bestimmte Nahrungsmitel allergisch seinß
Prof. Bankhofer: Vielen ist das nicht bekannt. Man spricht von einer Kreuz-Allergie. Es gibt sogenannte "pollenassoziierte" Nahrungsmittel, Naturprodukte, die zwar mit Pollen selbst nichts zu tun haben, aber durch ihre Inhaltstoffe eine vorhandene Allergie verstärken oder eben auslösen. Das Eiweiß dieser Naturprodukte - vor allem ihre Struktur - ist jenen der Pollen ähnlich und wird daher ebenfalls vom Immunsystem bekämpft. Hier eine wichtige Tabelle:
- Wer unter den Pollen von Birke, Haselnuß und Erle leidet, sollte - ganz besonders zur Zeit des Pollenfluges - folgende Naturprodukte meiden: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Haselnüsse, Paranüsse, Walnüsse, Erdnüsse, Mandeln, Kiwis, aber auch die Gewürze Curry und Anis.
- Wer unter den Pollen von Beifuß leidet, sollte Sellerie, Mohrrüben, Paprika, Knoblauch, Kamille, Curry, Anis, Muskat, Pfeffer, Ingwer und Zimt meiden.
- Wer auf blühende Gräser und Roggenfelder allergisch ist, muß Sojamehl, Getreidemehl und Erdnüsse meiden.
Auch die Kreuzallergie tritt immer häufiger auf. Litten vor 15 bis 20 Jahren etwa 17 Prozent der Pollenallergiker daruntger,so sind es heute knapp 60 Prozent.
Wie äußert sich die Kreuz-Allergie?
Prof. Bankhofer: Unmittelbar nach dem Essen des betreffenden Naturproduktes treten die Beschwerden auf. Jucken und Brennen im Mund und im Rachen und an den Lippen.Schwellungen im Mundbereich, Heiserkeit, Schwindelanfälle, Atemprobleme - bis zum Asthmaanfall - Hautausschlag. Am gefährlichsten sind immer die Atemwegsprobleme. Sie können zum Kreislaufversagen - dem anaphylaktischen Schock - führen.
Gibt es einfache Hausmittel oder Naturrezepte, mit denen man sich gegen die Pollen-Allergie stark machen oder zumindest die Allergie-Symptome verringern kann?
Prof. Bankhofer: Ja,aber sie sind natürlich kein Ersatz für die ärztliche Therapie,sondern nur unterstützend gedacht. Es haben verschiedene wissenschaftliche Studien ergeben, daß der Betroffende unterstützend zur ärztlichen Behandlung auch über die Ernährung von innen her etwas gegen die Allergie tun kann:
Amerikanische Ärzte haben in der rohen Zwiebel das Flavonoid Quercetin entdeckt. Dieser Pflanzenfarbstoff blockiert jene Zellen im menschlichen Körper, die bei allergischen Reaktionen das Gewebshormon Histamin ausschütten. Die Zwiebel ist sozusagen in sanfter Weise ein natürliches Antihistaminikum. Man muß allerdings vorerst herausfinden, ob man eventuell auch gegen die Zwiebel allergisch ist. Auch das kann in seltenen Fällen sein.
Testpersonen in den USA, die an Gräserpollen-Allergie litten, fühlten sich viel besser, als sie täglich einen halben Liter Joghurt löffelten. Es hat sich in Untersuchungen herausgestellt: Die Bakterien-Kulturen im Joghurt haben eine allergielindernde Wirkung. Und: Die Joghurt-Bakterien verstärken die körpereigene Produktion von Gamma-Interferon. Und diese Substanz macht den Menschen stark im Kampf gegen Allergien.
Auch Trink-Kuren mit täglich einem Liter Brennesseltee - sowohl aus frischen als auch aus getrockneten Brennesselblättern - brachten merkbare Erfolge. Auch in der Brennessel - so stellten die amerikanischen Ärzte fest - sind histamin-blockierende Stoffe.
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