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Der Apfel ist ja das beliebteste Obst der Österreicher. Und wenn man dem alten Sprichwort glauben schenken darf: "Ein Apfel am Tag ersetzt den Arzt!", hat man mit jedem Apfel ein Stück Naturarznei in der Hand.

Ist der Apfel tatsächlich mehr als ein wertvoller Beitrag zur gesunden, ausgewogenen Ernährung?

Prof. Bankhofer: Mit dem Apfel kann man eine Reihe von gesundheitlichen Problemen postiv beeinflussen. Das war auch in der Vergangenheit manchen Medizinern schon bewußt. So hat der deutsche Arzt Dr. Christoph Hufeland seinen prominenten Patienten Goethe, Schiller und Jean Paul einen sogenannten Einschlaf-Apfel vor dem Zubettgehen verordnet.

Und vor ein paar Jahren hat das der amerikanische Arzt Prof. Dr. Ancel Keys aus Minneapolis im Rahmen einer Studie bestätigt. Doch damit kein Mißverstänsnis entsteht: Der "Einschlafapfel" muß 3 Stunden vor dem Zubettgehen gegessen werden. Er muß Der Apfel komplett verdaut sein. Dann können seine Inhaltstoffe während der Nacht den Blutzucker schonend und gleichmäßig verteilen.
Man muß auch noch aus einem anderen Grund daran denken,den Apfel rechtzeitig zu essen.Man muß danach die Zähne putzen, aber erst nach 1 Stunde, damit Teile vom Zahnschmelz, der von der Säure aufgeweicht wurde, nicht weggebürstet werden. Wer den Einschlafapfel unmittelbar vor dem Zubettgehen ißt, wird Magen- Probleme bekommen.

Ist nicht auch schon lange bekannt, dass der Apfel gut für die Verdauung ist?

Prof. Bankhofer: Das hat schon Pfarrer Kneipp seinen Patienten weitergegeben. Wenn man den Apfel gut kaut, dann bringen seine Ballatstoffe die Verdauung in Schwung. Außerdem regulieren die Pektine im Apfel das Wachstum der gesunden Darmflora. Und sogenannte Tartarinsäuren im Apfel hemmen die Bildung von schädlichen Darm-Bakterien. Das alles wirkt gegen Verstopfung.
Wenn man aber an Durchfall leidet- etwa nach einem Darmkatharr - dann kann man auch mit Äpfeln dagegen ankämpfen: Man muß sie dann allerdings auf einer Glasreibe zu einem Brei reiben und löffelweis einnehmen.

Man sagt ja auch immer: Ein Apfel ersetzt die Zahnbürste, wenn man unterwegs ist, weil er die Zähne gut reinigt

Prof. Bankhofer: Das hören Zahnärzte nicht sehr gerne. Das könnte nämlich viele putzfaule Menschen dazu verleiten, anstatt zur Zahnbürste zu einem Apfel zu greifen. Wie gesagt: Die Säuren im Apfel greifen den Zahnschmelz an. Daher sollte man 1 Stunde nach dem Apfel -Essen am Abend unbedingt die Zähne putzen.
Die positive Leistung des Apfels: Er stärkt enorm das Zahnfleisch.Das ist auf das Kauen und auf die Inhaltstoffe des Apfels zurückzuführen.

Was macht denn den Apfel so wertvoll für unsere Gesundheit? Was für Substanzen enthält er denn?

Prof. Bankhofer: Der Apfel enthält eine Fülle von lebenswichtigen und wertvollen Vitalstoffen. Im Apfel gibt es insgesamt 300 Bio-Stoffe.

  • Der Apfel enthält viel Wasser, kaum Eiweiß,wenig Kohlenhydrate und kaum Fette. Dafür aber bietet er uns große Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen an.
  • Wenn der Apfel am Baum reift und reif gepflückt wird, enthält er enorme Mengen an Vitamin C. Es hält im Apfel sehr lange,weil eine Reihe von Bioflavoniden - also von Pflanzenfarbstoffen - das Vitamin C länger konservieren.
  • Der Apfel besteht zu 30 Prozent aus dem Faserstoff Pektin.
  • Außerdem enthält er viel Pottasche,eine wertvolle Kalium-Verbindung, die ebenfalls für die Verdauung und für das Entgiften wichtig ist.
  • Der Apfel enthält aber auch noch organische Säuren, welche mithelfen, die Leber zu entgiften und sie bei ihrer Entgiftungsarbeit zu unterstützen.
  • Die wichtigsten Minerale im Apfel sind Kalium,Calcium, Magnesium , .Phosphor und Eisen.

Man hört immer wieder: Äpfel stärken Herz und Kreislauf. Was stimmt da dran?

Prof. Bankhofer: Früher war man in der Medizin mit solchen Behauptungen sehr vorsichtig. Nun aber liegen viele wissenschaftliche Studien und Untersuchungen vor, die das beweisen. Man kann das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten: In den USA und in Österreich hat man vor ein paar Jahren nachgewiesen: das Pektin im Apfel kann zu hohe und erhöhte Cholesterinwerte senken.
Prof. Dr. Amcel Keys hat herausgefunden: Menschen,die regelmäßig Äpfel essen, können damit die Arterienverkalkung hinauszögern und das Risiko für einen Herzinfarkt senken.
Und Prof.Dr. Helmut Sinzinger hat herausgefunden,daß im Rahmen einer 6 -Wochen-Therapie der Apfelquellstoff Pektin das gute ,schützende HDL-Cholesterin angehoben und das böse,schädliche LDL-Cholesterin um 30 Prozent senken konnte.

Der Apfel ist somit eine vielseitige Naturarznei gegen viele Beschwerden. Was kann er noch bewirken ?

Prof. Bankhofer: Da gibt es noch eine bewiesene Wirkungen:

  • Man kann mit Apfelessen einen erhöhten Blutdruck positive beeinflussen. Weil der Apfel Wasser in großen Mengen und zuviel Salz ausschwemmt. Das hat der österreichische Arzt Prof. Dr. Josef Jagic nachgewiesen. Wer Blutdruck-Probleme hat sollte zusätzlich zur ärztlichen Therapie jeden morgen 2 Äpfel essen.
  • Der Wiener Arzt Dr. Ewald Riegler hat schon vor vielen Jahren entdeckt: Wenn man die ersten Anzeichen eines Migräne-Anfalls spürt und einen Apfel ißt,kann man den Anfall verhindern.
  • Und schließlich hat die Praxis gezeigt: Ein zünftiger Alkoholkater nach einer durchzechten Nacht ist schnell besiegt,wenn man am Morgen auf nüchternen Magen 3 knackige Äpfel verzehrt.
  • Rheuma-Patienten und Gicht-Patienten berichten über eine Schmerzlinderung,wenn sie vor jeder Mahlzeit einen Apfel gut kauen und langsam essen.
  • Bei schwachen Venen und bei Cellulite ist es sinnvoll, täglich mehrere Äpfel zu essen.
  • Und dasselben gilt natürliche auch für alle,die mit gesunder Ernährung ihr Krebsrisiko senken wollen.Da spielen die Apfel- und die Zitronensäure eine spezielle Rolle.
  • Jeden Tag Äpfel essen ist ein wunderbares Service für die Nieren. Die Nierenfunktion wird dadurch aktiviert.
  • 1 Apfel ins Müsli geschnitten kurbelt den Stoffwechsel an. Aber fürs Müsli muß es ein süßer Apfel sein. Die Säuren im Apfel können mit den Randschichten des vollen Korns Verdauungsbeschwerden verursachen.
  • Äpfeln geben sehr viel Energie. Daher sollte täglich jeder Schüler am Vormittag mindestens 1 Apfel essen. Äpfel am Arbeitsplatz zwischendurch machen geistig und körperlich fit.

Apropos Äpfel. Wie kann man Kindern angewöhnen, regelmäßig Äpfel zu essen?

Prof. Bankhofer: Indem man bei uns einen steirischen Spitzenapfel einsetzt, den man als idealen Kinder-Apfel bezeichnen kann: Es ist der Gala. Er ist rot. Kinder lieben grelle Farben. Man sollte einen kleinen Gala nehmen. Kinder hassen zu großes Obst. Das haben Umfragen der letzten Jahre ergeben. Und er ist süß. Auch das mögen die Kinder. Der Gala ist in vielen Familie der Einstieg in die gesunde Ernährung des Kindes.

Genügt es für die Gesundheit, einen Apfel am Tag zu genießen?

Prof. Bankhofer: Das ist oft getestet worden. Wenn man bestimmte Gesundheits-Effekte erzielen möchte,dann ist ein Apfel zu wenig.Da muß man täglich 3 bis 4 Äpfel - über den Tag verteilt - verzehren. Nur dann hat man die entsprechende Menge an Inhaltstoffen,die etwas bewirken. Und ganz besonders muß man aufpassen, wenn man mit dem Apfrel abspecken möchte. Wenn man vor einer Hauptmahlzeit 2 bis 3 Äpfel ist, dann kann man danach nicht mehr soviele essen. Genießt man einen Apfel, dann kriegt man Hunger, denn ein Apfel macht Appetit.

Worauf sollte man beim Lagern der Äpfel und beim Apfelessen achten ?

Prof. Bankhofer: Äpfel sollten immer kühl gelagert werden.Dann behalten sie lange ihre Wirkstoffe. Man sollte sie am besten roh essen. Man muß wissen: Beim Erhitzen des Apfels - etwa beim Bratapfel - gehen bis zu 70 Prozent des Viamin C verloren. Äpfel sollte man niemals zu kalt essen. Das kann Magen- und Leberbeschwerden verursachen.
Und man sollte in jedem Fall heimische Ware der Import-Ware vorziehen,weil sie besser gereift ist und weil ausländische Ware oft sehr stark mit Schadstoffen, Wachsen und Harzen belastet ist. In Österreich sind Wachse und Harze verboten. Es kann sich beim Nachreifen unbd Lagern in sauerstoffarmer Luft eine natürliche Wachsschichte bilden. Die ist ungefährlich.

Viele stecken ja in den Gänsebraten einen Apfel. Ist das eine gute Würze? Oder bringt das auch einen Gesundheitseffekt ?

Prof. Bankhofer: Die Inhaltstoffe des Bratapfels sorgen dafür, daß das Fett bei der Verdauung schneller abgebaut wird.
Es gibt aber auch ein kurioses Rezept gegen Halsschmerzen und Heiserkeit. 3 Bratäpfel - nicht zu heiß gegessen - können die Beschwerden schnell lindern.Vermutlich werden dabei Enzyme freigesetzt,die den Sebstheilungs-Prozeß fördern.

Wenn man aus Äpfel ein gesundes, schnelles Rezept zubereiten möchte: Haben Sie einen Vorschlag?

Prof. Bankhofer: Ein ganz einfaches,schnelles Rezept,das sich zum Frühstück oder am Nachmittag für Zwischendurch eignet. Für 1 Person: 1 Apfel wird entkernt,geschält und in kleine Stücke geschnitten , in eine Dessertschüssel geben. 1 Becher Joghurt darübergießen, 1 Teelöffel Orangensaft und 2 Teelöffel Rosinen dazurühren. Fertig.



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