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Tee wird wohl kaum jemals dem Bohnenkaffee den Rang ablaufen. Aber der Kreis der Fans wird immer größer. Sicher auch der gesundheitlichen Vorteile im Tee wegen. Welche wertvollen Inhaltstoffe hat der Tee ?

Prof. Bankhofer: Da muss man an erster Stelle das Koffein nennen, das früher als Thein bezeichnet wurde. Der Unterschied zwischen dem Koffein im Tee und jenem im Kaffee ist: Das Koffein des Kaffees stürzt in den Körper, wirkt schnell und kurzfristig. Das Koffein im Tee gleitet in den Körper und hält lange an. Man weiß auch, warum das so ist. Das Koffein des Kaffees wirkt über Herz und Kreislauf. Das Koffein des Tees über das Gehirn und das Zentralnervensysten.
Weiters findet man im Teeblatt: Gerbstoffe, Flavonoide, Catechine, Betacarotin, Vitamin C, die Vitamin A, B 1, B 2 und B 12, Eisen, Magnesium, Calcium, Kupfer, Nickel, Zink, Molybdän, Phosphor und etwa 300 aromatische Substanzen. Erst in den letzten Jahren hat man im Tee auch schützende Polypheol-Stoffe, welche eine frühzeitige Arteriosklerose bekämpfen und das Krebsrisiko senken.

Was verschiedenen Teesorten gibt es beim Schwarztee?

Prof. Bankhofer: Die bei uns besonders beiebten Sorten tragen die Namen der Anbaugebiete: Es gibt im Himalaya-Gebirge die indische Stadt Darjeeling, das Gebiet Assam, der Ceylon-Tee kommt aus Ceylon.
Es gibt Tees als ganze Blätter, aber auch aus gebrochenen,getrockneten Blattteilen, das ist dann der Broken Tea. In den Teebeuteln ist sehr oft Dust, zerriebener Teestaub, der aber sehr gute Qualität haben kann.
Man unterscheidet den First Flush, die erste Ernte, die von Mai bis Juli duchgeführt wird, die zweite Ernte von August bis Oktober, die als Seconf Flush bezeichnet wird. Die erste Ernte ist zarter, die zweite kräftiger.

Wie wird aus dem grünen Teeblatt der Schwarztee?

Prof. Bankhofer: Die Blätter werden gepflückt, müssen dann schonend welken , werden dann gerollt und Fermentiert, schließlich getrocknet und Sortiert. Es gibt auch halbfermentierten Tee mit hellbraunen Blättern. Es ist ein heller Tee, herb aber nicht bitter, die Oolong-Tees gehören dazu.
Die grünen Teeblätter hingegen werden gepflückt, müssen auch welken, werden auch gerollt, aber nicht fermentiert,sondern gedämpft, nochmals gerollt, getrocknet und sortiert.

Was muß man für die Zubereitung von Schwarztee wissen?

Prof. Bankhofer: Der Tee muß trocken gelagert werden. Niemals neben Kaffee, das ist fürs Aroma der größte Feind des Tees. Aber auch nicht neben Orangen, Äpfel, Zwiebeln, Käse. Niemals darf Tee in einer Plastikhülle aufbewahrt werden, auch nicht in einem Metallbehälter, außer er ist innen spezialbeschichtet.
Die Teekanne , aber auch die Tassen sollten aus glasiertem Steingut oder Porzellan bestehen.
Man darf immer nur frisches Wasser, niemals Wasser aus dem Boiler verwenden. Niemals ein Wasser verwenden, das schon einmal aufgekocht war.

Pro Tasse nimmt man zum Übergießen 1 Teelöffel und 1/2 Liter Wasser. Für die Kanne kommt ein Extra-Teelöffel dazu. Für Broken Tee nimmt man einen gestrichenen Löffel, für Blatt-Tee einen gehäuften.
Zur Zieh-Zeit muß man wissen: 3 Minuten machen den Tee milder, aber er wirkt besonders belebend. Bei 5 Minuten und mehr sagt man: Da wirkt der Tee beruhigend. Man sollte besser sagen: Er wirkt dann weniger belebend.
Wenn man Tee mit Milch trinkt, muss die Milch zuerst vor dem Tee in die Tasse gießen. Man sollte sichn immer vor Augen halten: Zucker und Zitrone verändern das Aroma des Tees komplett.

Was ist wirklich dran am grünen Tee?

Prof. Bankhofer: Sowohl der schwarze als auch der grüne Tee stammen vom gleichen Teestrauch,von den gleichen Teeblättern. Der Unterschied liegt in der Bearbeitung.Der Schwarztee wird fermentiert. Das ist ein künstlich herbeigeführter Gärungs-Vorgang zur Aroma-Verstärkung, bei dem die Blätter zerrissen und zerquetscht werden. Dabei werden viele wertvolle Inhaltstoffe vernichtet. Daher befinden sich im grünen Tee unvergleichlich mehr.
Die Teeblätter enthalten große Mengen an Vitamin C gegen Erkältungen und Streß, Fluor zum Stärken der Zähne, das Spurenelement Mangan zur Vorbeugung von Osteoporose, weiters Bitterstoffe,Koffein - früher im Tee Teein genannt - und vor allem Polyphenole. Sie sind das Wichtigste im Grünen Tee.

Es gibt zwei Arten von Polyphenolen: Gerbstoffe und EGCG-Substanzen. Die Gerbstoffe beruhigen Magen und Darm, schalten schädliche Bakterien aus und beugen damit entzündlichen Magen- und Darstörungen vor. Sie machen auch die Haut widerstandsfähiger. Die EGCG-Stoffe haben krebshemmende und blutverdünnende Eigenschaften.
Wer regelmäßig grünen Tee trinkt, der kann sich gegen eine Reihe von gesundheitlichen Störungen schützen.

  • Japanische Wissenschaftler haben herausgefunden: In Gegenden,wo viel grüner Tee getrunken wird, treten nur ganz selten Haut- und Magenkrebs auf.Der grüne Tee senkt aber auch das Risiko für Lungenkrebs. Daher sollte jeder Raucher täglich 3 Tassen trinken.
  • Eine Studie von Prof.Dr. Jankun von der Medizinischen Hochschule in Ohio hat ergeben: Die Polyphenole im grünen Tee sind Radikalfänger. Sie schützen uns vor aggressiven Molekülen aus Umweltschadstoffen,stärken unsere Immunkraft.
  • Das EGCG im grünen Tee hält unser Blut flüssig. Das bedeutet elastische,saubere Blutgefäße, vorbeugender Schutz vor Adernverkalkung,Herz- und Kreislauf-Erkrankungen.
  • Die Pflanzenfarbstoffe im grünen Tee senken das schädliche LDL-Cholesterin und heben das schützende HDL-Cholesterin an.
  • Der grüne Tee senkt aber auch erhöhte Blutdruck- und Blutzucker-Werte.
  • Grüner Tee wirkt antiviral, macht daher stark gegen Erkältungen.
  • Wenn Schulkinder täglich 1 Tasse grünen Tee trinken oder nach den Mahlzeiten nur damit gurgeln, kann damit die Anfälligkeit für Karies um 50 Prozent verringert werden.

Grüner Tee enthält rund 400 Aroma-Stoffe, psychoaktive Substanzen und das ätherische Öl Thiamin,das als Streßbremse gilt. All die Substanzen zusammen wirken nervenberuhigend.
An der Universität Wien hat man im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie nachgewiesen: Grüner Tee aus biologischem Anbau - also ohne jegliche Belastung - schützt nicht nur vorbeugend vor Krebs. Er kann auch eine sinnvolle, wirkungsvolle Unterstützung medizinischer Krebs-Therapien sein. Denn: Grüner Tee bremst Krebszellen.

In den vergangenen Jahren haben viele Ärzte immer wieder betont,wie wertvoll grüner Tee für die Gesundheit ist.Eine der wesentlichen Eigenschaften wurde oft hervorgehoben: Er kann das Risiko für eine Reihe von Krebs-Formen senken.
Prof. Dr. Siegfried Knasmüller vom Institut für Tumorbiologie in Wien ist mit seinen Forschungen einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Er erklärt: „Grüner Tee kann auch die Heilung von einem bereits vorhandenen Krebs begünstigen.Der grüne Tee kann die Metastasen-Bildung bremsen!"

Ein vielversprechender Mechanismus dabei ist die Verhinderung der Bildung neuer Blutgefäße. Nur wenn sich in dem kranken Gewebe neue Blutgefäße entwickeln,kann der Tumor wachsen.
Die gesundheitsfördernden Wirkungen des Grünen Tees kommen allerdings nur zum Tragen, wenn er richtig zubereitet wird.
Man benötigt eine warme Kanne aus Porzellan oder Steingut. Pro Tasse kommt ein Teelöffel Teeblätter hinein. Für die Kanne ein extra Teelöffel. Das Teewasser wird aufgekocht, muss dann aber 5 Minuten stehen,damit es auf 70 Grad Celsius abkühlt. Dann erst aufgießen, 3 Minten ziehen lassen,wenn der Tee anregen, 5 Minuten ziehen lassen,wenn er weniger anregen soll. Man kann die Teeblätter für einen zweiten und dritten Aufguß nützen. Da läßt man dann nur 2 Minuten ziehen. Wichtig:Grüner Tee wird ungesüßt getrunken.

Was versteht man unter weißem Tee?

Prof. Bankhofer: In jüngster Zeit taucht immer wieder ein neuer Tee-Name auf und ist als wertvolle Naturarznei im Gespräch: der Weiße Tee. Vielleicht haben Sie auch schon Einiges darüber gehört, wollen aber Genaues wissen.
Der Weiße Tee wird ausschließlich aus den Blättern des "großen weißen Tee-Busches", des " Fuding Dai Bai Chai" gewonnen. Das ist die Urpflanze des Teestrauches, aus der sich alle Teesorten im Laufe von Jahrtausenden entwickelt haben. Diese Urpflanze wächst heute noch in den Tai-Mu-Bergen Südchinas.

Für die Produktion des Weißen Tees werden ausschließlich unversehrte, erste Triebe der Büsche im Frühling verwendet. Sie werden per Hand gepflückt. Allein diese Auswahl verspricht nur alle Jahre eine begrenzte Tee-Menge auf dem Weltmarkt. Beim Weißen Tee sind ganz typisch die weißen, flaumigen Härchen, mit denen die zarten Blattknospen - die sogenannten Buds - überzogen sind. Daher kommt auch der Name des Tees.

Die zarten Blatt-Knospen des Ur-Teestrauches dürfen nur bei Schönwetter gepflückt werden. Dann wird die Blatternte vorsichtig auf Bambusttrieben ausgebreitet und müssen nun unter sanfter- nicht zu starker - Sonneneinstrahlung welken. Diese aufwendige Maßnahme nimmt 48 Stunden in Anspruch.
Während dieses Prozesses wird durch Oxidation der Catechine in dedn Blättern die Farbe der Blattknospen vom frischen Grün zu der weißlichen Farbe verändert.
Der Welk-Vorgang gilt als abgeschlossen, wenn die Triebe etwa 30 Prozent ihres Wassergehaltes verloren haben. Dazu wird der Tee vorsichtig in speziellen Pfannen für etwa 10 Minuten auf 90 bis 100 Grad Celsius erhitzt und dabei unentwegt von Hand gewendet. So wird den Blättern gleichzeitig der noch vorhandene Rest an Feuchtigkeit entzogen.

Die traditionelle Zubereitungsform für Weißen Tee ist ähnlich der des grünen Tees: Die zarten Teeblätter werden in eine Kanne gegeben und mit Wasser aufgegossen, das zuerst zum Kochen gebracht, dann aber auf 70 Grad Celsius herabgekühlt wurde. Dann läßt man den Tee 5 bis 7 Minuten ziehen. Die Teeblätter müssen auch nach der Ziehzeit in der Kanne bleiben. Sie sinken durch die aufgenommene Feuchtigkeit zu Boden. Jetzt kann der Tee getrunken werden. Die aufgequollenen Teeblätter kann man auch noch ein zweites Mal aufgießen.

Wichtig ist, dass man den Weißen Tee ungesüßt trinkt, wenn man ihn als Naturarznei nützen möchte. Und dafür ist es optimal geeignet. Der besonders zart und sanft schmeckende Weiße Tee hat nämlich noch viel mehr Wirkstoffe als der Grüntee. Daher kann man von ihm sagen:

  • Der Weiße Tee stärkt Herz und Kreislauf, senkt zu hohe Cholesterinwerte und Blutdruckwerte, kann daher das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfalle mindern.
  • Der Weiße Tee senkt das Risiko für Magen-,Darm- , Lungen- und Hautkrebs.
  • Durch die beruhigende Substanz Thiamin wirkt Weißer Tee gegen Streßbelastung und stärkt die Nerven.
  • Und er kann auch die Blutzuckerwerte positiv beeinflussen.


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