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Fit in den Frühling

Dem Kalender nach ist er schon ein paar Tage da, der Frühling. Doch es dauert oft noch, bis es dann wirklich wettermäßig richtig warm ist. Wir sollten diese Übergangszeit nützen, um uns für die schöne Jahreszeit fit zu machen

Was gehört denn so zu einem Fitneß-Training für den Frühling alles dazu?

Prof. Bankhofer: Dazu gehören 3 wesentliche Maßnahmen:

  • Mit einer ausgewogenen, gezielten Ernährung Mängel beheben, die sich in der kalten Jahreszeit bei uns eingeschlichen haben. Eine Ernährung mit Produkten, die uns Energie geben.
  • Regelmäßig Bewegung machen. Draußen in der Natur. Viel Sauerstoff tanken, also auch Atemübungen machen. Sich mitten im Wald oder auf einer Wiese aufrecht hinstellen und tief ein- und ausatmen. Jetzt erst hat eine Studie an der Sporthichschule Köln ergeben: Wenn man dabei die Arme weiter hochstreckt, gibt es einen intensiveren Luftaustausch in den Bronchien. Man muß jetzt nicht denken,daß man zum Olympia-Sportler werden muß. Auch Spazierengehen, Wandern, Radfahren bringt Fitneß.
  • Sehr genau überlegen, welche Kleidung man anzieht. Es ist gefährlich, sich wegen ein paar Sonnenstrahlen gleich leicht zu kleiden. man holt sich speziell in diesen Tagen,wenn man leichtsinnig ist, sehr schnell eine Erkältung oder eine Blasenentzündung.

Mit welchen Tricks kann man sich denn vor der letzten Erkältung vor Frühlingsbeginn über die Ernährung schützen?

Prof. Bankhofer: Da kann man eine Menge tun:

  • Wir brauchen jetzt das Spurenelement Zink zum Stärken der Immunkraft. Außerdem ist Zink ein Muntermacher und ein wichtiges Spurenelement für Haut,Haare und Nägel. Also sollten wir Produkte konsumieren,die interessante Mengen an Zink liefern. Dazu gehören Haferflocken, Linsen, Walnüsse, gekochte Hühnerbrust.
  • Wir brauchen aber auch das Spurenelement Selen. Das liefern uns Knoblauch, Naturreis, Kohlrabi, Fisch wie zum Beispiel die Scholle.
  • Für die Immunkraft im Frühling sehr sinnvoll ist es, jeden Tag 3 Eßlöffel 100prozentigen Aloe vera Saft aus biologischem Anbau aus dem Reformhaus zu trinken.Man kann die 3 Eßlöffel auch mit etwas Wasser verdünnen. Der Saft aus dem Blattgel der Aloe vera-Pflanze enthält als Hauptwirkstoff Acemannan. Und der stärkt die natürlichen Abwehrkräfte, wirkt gegen Viren, Bakterien und Pilze.

Womit kann man sich denn so richtig frühlings-fit essen?

Prof. Bankhofer: Wir brauchen jetzt verstärkt Vitamin E, weil wir in der kalten Jahreszeit viel verbraucht haben. Bei vielen Menschen sind die Vitamin-E-Depots jetzt leer. Daher sollten wir Vollkornprodukte bevorzugen, weiters Weizenkeime und Weizenkleie ins Müsli geben, die Salate mit Weizenkeimöl , Olivenöl oder Sonnenblumenkernöl zubereiten. Es ist auch sinnvoll Mandeln und Walnüsse zu kauen.
Wir brauchen jetzt auch sehr viel Vitamin C. Nicht nur zum Schutz vor Erklältungen, sondern auch gegen den Streß, den der Wetterwechsel im Frühling. Das heißt: Paprikaschoten, Sauerskraut, frische Petersilie sowie rohe Ziebel in den Speiseplan einbauen. Und Sanddornsirup - 1 zu 6 mit Wasser verdünnt - trinken, Kiwis essen, aber auch Grapefruits, Orangen.

Wir brauchen aber auch den Mineralstoff Magnesium für Herz und Kreislauf. Den tanken wir mit Datteln, Bananen und Bohnen.
Viele von uns brauchen Eisen, um fit in den Frühling zu gehen. Eisen aus natürlichen Nahrungs-Quellen. Dazu gehören: Kürbiskerne,Linsen, Sonnenblumenkerne.

Was für Tees sollte man jetzt trinken?

Prof. Bankhofer: Um fit für den Frühling zu werden, eignen sich mehrere Tees:

  • Grüner Tee liefert viel Vitamin C und stärkt die Immunkraft.
  • Hagebuttentee liefert viel Vitamin E.
  • Melissentee beruhigt das vegetative Nervensystem und schützt vor Wetterfühligkeit.

Haben Sie noch ein spezielles Rezept , ein Fitneß-Rezept für den Frühling?“

Prof. Bankhofer: Es ist eine kleine Fitneß-Kur für die nächsten Wochen.Man nützt die Kraft der Brennessel und des Löwenzahns. Die Brennessel regt den Stoffwechsel an, reinigt das Blut, aktiviert die Nieren und kräftigt das Haar. Der Löwenzahn aktiviert Leber und Galle, gibt der Bauchspeicheldrüse neue Kraft.
Da man aber jetzt noch nicht genug frische Brennessel- oder frischen Löwenzahn bekommt, besorgt man sich aus dem Reformhaus je 1 Flasche Brennessel- und Löwenzahn-Frischpflanzensaft . Und nun nimmt man 1 Woche lang 3 Mal täglich 2 Eßlöffel Brennesselsaft mit etwas Wasser aufgegossen, läßt jeden Schluck langsam im Mund zergehen. In der 2. Woche nimmt man 3 Mal täglich 2 Eßlöffel Löwenzahn-Frischpflanzensaft mit etwas Wasser verrührt.

Das erste heimische Gemüse ist da: randvoll mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Was können wir denn jetzt schon kaufen und in den Speiseplan einbauen?

Prof. Bankhofer: Überall auf den Märkten,in den Gärtnereien und in den Gemüse-Abteilungen der Super-Märkte laden sie uns zum Kauf ein: die knackigen,knallroten Radieschen,der tiefgrüne Spinat und die vielen grünen Salate. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist es grundsätzlich wichtig, reichlich Gemüse in den Speiseplan einzubauen.

Wie wertvoll ist Spinat wirklich?

Prof. Bankhofer: Die weltberühmte Harvard-Universität in Boston hat in einer jüngsten Studie nachgewiesen: Spinat ist eine Super-Arznei. Allerdings: Jahrzehntelang galt dieses grüne Gemüse in erster Linie als wertvoller Lieferant für das Spurenelement Eisen. Millionen blasser Kinder wurden von ihren Eltern dazu angehalten, Spinat zu essen, obwohl sie ihn absolut nicht mochten.
Heute weiß man, daß der Spinat diese angeblich riesigen Mengen an Eisen gar nicht enthält. Die Behauptung beruhte schlicht und einfach auf einem Komma-Fehler in einem wissenschaftlichen Labor. Heute ist es erwiesen: Für Kinder ist Spinat gar nicht so wichtig. Im Gegenteil: Die darin enthaltenen Pflanzensäuren können bei den Kleinen mitunter allergische Reaktionen hervorrufen. Hingegen ist Spinat ein wertvoller Bestandteil der Erwachsenen-Ernährung.

Und das sind nun die gesundheitlichen Vorteile des Spinats:

  • Ernährungswissenschaftler nennen ihn neuerdingsdas „Anti-Streß-Gemüse“, weil er reichlich vom Anti-Streß-Mineral Magnesium und vom Nervenvitamin B1 anliefert.
  • Da Spinat beachtliche Mengen an Folsäure - auch Vitamin B4 genannt - enthält, ist er ein Jungmacher. Die Folsäure bremst die Adernverkalkung.
  • Was aber die Studien über Spinat an der Harvard Universität so interessant macht: Das grüne Gemüse ist besonders wichtig für unsere Augen. Spinat enthält grundsätzlich reiche Mengen an Vitamin A und am Provitamin Betacarotin. Beide Substanzen sind sehr wichtig für die Sehkraft, und zwar für die Bildung des Sehpupurs im Auge.
  • Außerdem hat man im Spinat große Mengen an Pflanzenfarbstoffen entdeckt, die sogenannten Karotinoide. Sie schützen unsere Augen. Wer häufig und regelmäßig Spinat ißt, der verringert damit nachweislich die Gefahr, im Laufe des Lebens an einem sehr verbreiteten Augenleiden zu erkranken. Es handelt sich dabei um die sogenannte Makula-Degeneration, bei der der zentrale Netzhaut-Bereich des Auges zerfällt. Der Betroffene kann in der Folge erblinden.
  • Die Karotinoide im Spinat machen die Netzhaut stark gegen die Angriffe von aggressiven Molekülen, die als „freie Radikale“ bezeichnet werden. Sie entstehen in unserem Körper bei den eigenen Stoffwechselvorgängen, gelangen aber auch aus der belasteten Umwelt in unseren Organismus.

Nützen Sie daher immer wieder auf neue die Chance, wenn im Laufe des Jahres Spinat geerntet und angeboten wird. Genießen Sie ihn als Creme-Spinat, Blatt-Spinat oder - wie ihn wenige kennen - roh als Spinat-Salat.

Welchen Stellenwert haben unsere Blattsalate für unsere gesunde Ernährung?

Prof. Bankhofer: Blattsalate machen streßfest und fördern die Gehirnarbeit. Es gibt heute etwa 50 verschiedene Blattsalat-Sorten. Die beliebtesten: Kopfsalat, Eichblatt-Salat, Nußblatt-Salat, Lollo rosso und Lollo bianco.
Der Hauptwirkstoff in den grünen Salaten ist der Farbstoff Chlorophyll. Er schützt unsere gesunden Zellen und kann bereits angegriffene Zellen reparieren.Das Chlorophyll sorgt dafür das eingeatmeter Sauerstoff länger in den Gehirnzellen bleibt. Das bedeutet: bessere Konzentration, schnelleres Reaktionvermögen, optimales Denken.

Außerdem enthalten die grünen Salate im Strunk und in den Blattstielen eine weiße milchartige Flüssigkeit. Sie liefert uns die Substanz Lactucarol. Sie beruhigt das vegetative Nervensystem, macht uns stark gegen Streß, hilft uns, schneller Ärger und Aufregungen abzubauen.
Die roten Blattsalate enthalten reiche Mengen an Carotenen. Diese Farbstoffe schützen den Organismus vor Umweltschadstoffen, bremsen das vorzeitig Altern,stärken die Augen, Atemwege und die Immunkraft.

Die Bitterstoffe in den roten Blattsalaten unterstützen die Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit , fördern den Gallenfluß. Sie liefern uns aber auch besonders viel Folsäure.
Ob rot oder grün: Blattsalate bestehen zu 95 Prozent aus Wasser. Die restlichen 5 Prozent haben es in sich. Sie versorgen uns mit den Vitaminen B 1, B 2, Folsäure, C,mit den Mineralstoffen Kalium,Calcium, Kupfer, Jod , Zink, Mangan,Selen, Magnesium. Blattsalate enhalten aber auch Asparagin, den Haupwirkstoff im Spargel. Dadurch senken die Salate zu hohe Harnsäure-Werte und wirken entwässernd. Sehr wichtig: Etwa 60 Prozent der Vitamine befinden sich in den grünen äußeren Blätternnur 5 Prozent im gelben Herzen.

Blattsalate eignen sich wunderbar zum Abnehmen. 100 Gramm - das ist eine große Portion - haben nur 17 Kalorien.Der zusätzliche Effekt: Dadurch daß der Salat soviel Wasser enthält,werden aus den Blättern im Darm viele Ballaststoffe frei. Die wieder fördern due Verdauung und den Abtransport von Stoffwechselschlacken und Darmgiften.
Die Ballaststoffe saugen Fett aus der Nahrung auf und führen es über den Darm ab, bevor es durch die Darmwand in den Organismus gelangen und Unheil anrichten kann.Das heißt in der Praxis: Fettes Essen wird weniger belastend,wenn man Blattsalate dazu ißt. Wie bei den Radieschen.
Man sollte grüne und rote Salate mischen: Jede Farbe verfügt über eigene spezielle sekundäre Pflanzenstoffe - auch Bioaktiv-Stoffe genannt. Sie senken das Krebsrisiko.Wenn man Rot und Grün mischt,kommt man auf etwa 10.000 verschiedene Bioaktiv-Stoffe,die unsere Gesundheit unterstützen.

Wer in der schönen Jahreszeit jeden Tag Blattsalate ißt, kann damit das Immunsystem ,das Herz und die Neven stärken, kann die Konzentration verbessern,zu hohe Harnsäurwerte und zu hohen Blutdruck senken und kann mehr Vitalität tanken.Auch Diabetiker sollten regelmäßig Blattsalate essen.
Allerdings: Die Wirkung für die Gesundheit kommt nur dann zum Tragen, wenn die Salate ganz frisch konsumiert werden.Im Institut für medizinischen Vitamin- und Mineralstoff-Forschung hat gemessen: Ein Häuptelsalat, der 4 Tage vom Feld zur Küche unterwegs ist, hat keine Vitamine mehr.Daher ist es wichtig,daß wir Salate aus heimischen Anbau aus nächster Umgebung essen.

Was macht Radieschen so wertvoll?

Prof. Bankhofer: Radieschen liefern uns Selen für die Immunkraft, Eisen gegen die Frühjahrsmüdigkeit , Magnesium fürs Herz, Kalium für die Muskel und für die Nerven. Radieschen enthalten viel Vitamin C gegen Erkältungen, Folsäure für Herz und Kreislauf. Das Wichtigste aber sind die schwefelhaltigen Senföle in den Radieschen: Allyl, Raphanol, Glukaraphain und das Senföl-Glykosid. Diese
Wirkstoffe machen auch den Geruch und den scharfen Geschmack aus. Die Senföle wirken antibakteriell nd pilzabtötend.Sie bekämpfen Pilze im Magen- und Darmbereich. Das ist vor allem für jene Menschen interessant,die oft - auf Grund falscher Ernährung - zu wenig bakterien- und pilzabtötende Magensäure produzieren.Wer 2 Mal die Woche 6 Radieschen knabbert, der stärkt damit die Darmflora.

Man muß sich das so vorstellen: Kaum hat man in ein Radieschen hineingebissen,beginnt die Jagd der Senföle nach krankmachenden Bakterien und Pilzen. Ein Zeichen dafür ist das Brennen auf der Zunge. Außerdem steigen die Senföle in die Nase und desinfizieren die Nase sowie die Nebenhöhlen und verhelfen zu einem besseren Durchatmen.
Radieschen belasten nicht das Körpergewicht.100 Gramm haben nur 14 Kalorien. Radieschen sind eine ideale Kost fürs Abnehmen. Zusätzlich haben die Senföle die Eigenschaft einer Abspeck-Pille, allerdings ohne Nebenwirkungen: Sie binden Fett aus der aufgenommenen Nahrung,führen sie über den Darm ab und verhindern, sodaß diese nicht ins Blut gelangen.

Es gibt viele Möglichkeiten Radieschen zu essen: Man beißt einfach hinein. Oder man schneidet sie in dünne Scheiben,legt sie auf einen Teller und salzt sie etwas und oßt sie dann,wenn sie Saft lassen.Oder man legt diese Scheiben auch ein Stück Vollkornbrot mit etwas Butter. Man kann aber auch aus geraffelten Radieschen und Marinade Salat anrichten.
Und das alles kann man mit Radieschen essen für die Gesundheit tun: Die ätherischen Öle der Radieschen fördern die Gallen-Produktion der Leber, beseitigen Gallenstauungen und wirken entwässernd. Man kann mit Radieschen der Gallenstein-Bildung vorbeugen. Man kann Blähungen , Durchfall oder Verstopfung bekämpfen. Man kann einen erhöhten Cholesterinspiegel und erhöhte Blutdruckwerte senken. Radieschen entgiften den Darm und desinfizieren die Harnwege. Sie stärken die Nerven und aktivieren das Gehirn. Und sie fördern die Blutbildung.
Auch wer Ärger hat, sollte Radieschen essen. Da der Gallenfluß aktiviert wird, kann man den Ärger regelrecht wegspülen.

Die positiven Wirkungen sind nur dann gegeben,wenn man Einiges beachtet: Radieschen muß man gut kauem,sonst bekommt man Magenschmerzen. Wer zuviel davon ißt, kann Durchfall bekommen. Patienten mit Nierenentzündung dürfen keine Radieschen essen.Da Radieschen oft aus dem Boden Nitrate enthalten, die im Speichel zu schädlichen, krebserregenden Nitrosaminen werden, muß man das Gemüse gut waschen und abschrubben.
Und man sollte etwas Zitronensaft darauf träufeln. Das Vitanin C schützt vor den Nitrosaminen.Wer Radieschen in erster Linie für die Gesundheit konsumieren will, der sollte sie nur wenig oder gar nicht salzen.



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