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Die Ananas, die kann ja was!

Kaum eine Obstsorte ist so vielseitig wie die Ananas: Die Ananas schmeckt nicht nur lecker, sie ist auch ein wahrer Alleskönner. In ihr stecken fast alle Vitamine, die auch in der Natur angeboten werden.

Darunter sehr viel Vitamin C (schützt vor Erkältung) und B-Vitamine (stärken das Immunsystem) sowie weitere 16 Mineralstoffe und Spurenelemente - darunter Zink, Magnesium (hilft gegen Stress), Kalzium, Eisen und Mangan. 
Was die Ananas aber besonders interessant macht, ist das Enzym Bromelain, das unverdautes Eiweiß im Körper spaltet. Das heißt: Es macht Fleisch und deftige Speisen leichter verdaulich und hilft Fett zu verbrennen. Darum ist die Ananas auch eine sinnvolle Begleit-Frucht bei Diäten.
Das Tolle darann: Das Enzym Bromelain wirkt auch bei äußerlichen Anwendungen der Ananas, etwa gegen Altersflecken. Dazu etwas frisch gepressten Ananassaft auf einen Wattebausch geben und zwei- bis dreimal wöchentlich auf die Haut tupfen. Das macht dunkle Altersflecken heller bzw. lässt sie sogar ganz verschwinden.

Gegen welche Beschwerden hilft Ananas?

In Süd- und Mittelamerika, also der ursprünglichen Heimat der Ananas, wird die Ananas von jeher von vielen Naturvölkern als Heilmittel gegen allerlei Krankheiten eingesetzt. Auch in der Ayurvedischen Medizin hat die "Goldene Frucht" einen festen Platz. Unbestritten ist in jedem Fall, dass die frische Ananas ein wahres "Powerpaket" an Wirkstoffen enthält, die viele Beschwerden zumindest lindern können.

- Depressionen: Eine tägliche Portion frische Ananas wirkt stimmungsaufhellend. Der Grund: Ananas enthält die Aminosäure Tryptophan, eine Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin. Und dieser Botenstoff sorgt für gute Laune. Außerdem dämpft er Ängste und nervöse Erregungszustände. In den USA wird Tryptophan sogar in Form von Tabletten als Antidepressivum angeboten.

- Stress: Ananas ist zudem ein sehr wirksames Anti-Stress-Mittel. Verantwortlich dafür sind Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink und Jod. Magnesium entspannt die Nerven, Zink erhält die geistige Leistungsfähigkeit und reduziert die negativen Auswirkungen von Stress. Und Jod beschleunigt das Denken.

- Ekzeme: Hautausschläge können häufig entstehen, wenn unser Körper mit unverdautem Eiweiß zu kämpfen hat. Die Folge sind dann juckende, gerötete Stellen an Händen und Beinen. Das Enzym Bromelain löst das unverdaute Eiweiß auf, es wird über die Verdauung ausgeschieden und die Haut kann sich wieder erholen.

- Gefäßkrankheiten: Bei Arteriosklerose, Thrombosegefahr und Bluthochdruck kann Ananas die Beschwerden lindern bzw. vorbeugend wirken. Gefäßerkrankungen werden durch Enzymmangel verstärkt. Es kann so schneller zu Blutgerinnungen und gefährlichen Ablagerungen an den Gefäßwänden kommen. Das Bromelain der Ananas vermindert die Thrombosegefahr und kann die Ablagerungen vermindern. Aber natürlich ersetzt die Ananas im Ernstfall nicht die ärztliche Therapie.

Welche Ananassorten gibt es?

Die ursprüngliche Heimat der Ananas ist Südbrasilien und Paraguay. Im 16. Jahrhundert brachten portugiesische Seefahrer die ersten Pflanzen nach Europa – und machten sie dort bekannt. Als veredelte Frucht der Sorte "Smooth Cayenne" eroberte sie dann, ebenfalls per Schiff, Ende des 19. Jahrhundert Australien und vor allem Hawaii, wo sie nicht nur angebaut, sondern auch industriell verarbeitet wurde.

Bis vor wenigen Jahren war Hawaii das erklärte Zentrum des Ananasanbaus, heute sind Thailand, die Philippinen, einige Teile Afrikas, Indien, Indonesien und China die wichtigsten Anbauländer, deren Früchte in unseren Supermärkten landen. Heimische Züchtungen hingegen sind weniger erfolgversprechend, denn die Pflanzen lieben tropisches und heißes Klima.

Mittlerweile gibt es weltweit über 100 verschiedene Ananassorten, die sich in fünf Gruppen unterteilen lassen: Am weitesten verbreitet ist die "Cayenne". Ihre Früchte sind recht groß und wiegen etwa 1,5 bis 2,5 Kilogramm. Sie sind zylindrisch, orange gefärbt und haben flache Augen.
Diese Sorte ist bei uns im Handel besonders verbreitet, gefolgt von der "Queen-Gruppe", bei uns besser bekannt als "Babyananas". Die Augen sind nach außen gewölbt, die Blätter sind sehr stachlig, und die Frucht ist sehr klein, daher der Spitzname. In der Küche wird die Babyananas wegen ihrer handlichen Größe gerne als Dekoration verwendet.
Seltener sind in Deutschland die mittelgroßen Züchtungen der "Spanish-" und "Abacaxi-Gruppe" erhältlich, auch die großen Früchte der "Perolera-Gruppe" muss man lange suchen. 
Für eine Top-Ananas ist jedoch nicht das Herkunftsland oder die Gruppe entscheidend. Was zählt, sind der optimale Reifegrad und die Frische.

Wie lagert man die Früchte am besten?

Grundsätzlich gilt: Die Ananas sollte immer so frisch wie möglich verzehrt werden. Besonders aufgeschnitten können sich schnell Bakterien vermehren, die zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Eine ganze Frucht am besten bei 8 bis 10° C lagern, also im Keller oder in der Speisekammer. Dann hält sie sich ca. eine Woche. Bei Zimmertemperatur beginnt sie nach zwei Tagen zu faulen und gärig zu schmecken.

Die angeschnittene Ananas am besten mit Frischhaltefolie abdecken und mit der angeschnittenen Seite nach unten auf einem Teller in den Kühlschrank stellen. So bleibt sie weitere zwei bis drei Tage haltbar. 
Achtung: Auf keinen Fall sollten Sie zum abdecken Alufolie verwenden, da sie mit der Säure in der Ananas reagiert. Ergebnis: Das Fruchtfleisch schmeckt dann metallisch. Gewürfelte Ananas oder Scheiben am besten in ein fest verschließbares Gefäß geben und maximal einen Tag im Kühlschrank lagern.

Wie gut sind getrocknete Früchte und Dosenananas?

Gerade außerhalb der Saison greifen viele gerne zu weiterverarbeiteten Früchten in der Dose oder getrocknet aus der Tüte. Ein echter Powersnack, so Prof. Hademar Bankhofer, sind getrocknete Ananasringe. Denn sie enthalten noch alle wichtigen Mineralstoffe einer frischen Ananas wie Magnesium, Kalzium und Zink. Mit zwei bis drei Ringen kann man so seine Konzentrationsfähigkeit wieder ankurbeln.

Allerdings enthalten die Trockenfrüchte recht viele Kalorien, die in größeren Mengen auf die Hüfte schlagen können. Und: Der größte Teil des in der Ananas enthaltenen Vitamin C ist durch den Trockenvorgang verloren gegangen, ebenso das wertvolle Enzym Bromelain. Tipp: Die Ringe über Nacht in etwas Wasser einweichen, das aktiviert das Enzym wieder. 

Nicht empfehlenswert sind dagegen Dosenananas. Zwar sind noch alle Mineralstoffe der frischen Frucht enthalten, doch auch hier fehlen durch das Konservieren das Enzym Bromelain sowie das Vitamin C. Zudem sind die meisten Produkte künstlich mit Zucker versetzt, um die Früchte süßer und haltbarer zu machen. Und zu viel Zucker kann auf Dauer dick machen. Dasselbe gilt übrigens für haltbargemachten Ananassaft, den unsere Studiogäste daher nicht empfehlen.

Wie kann man selbst Ananas züchten?

Aus einer ganzen Ananas kann man ganz leicht seine eigene Pflanze ziehen, verrät Dr. Hilke Steinecke, Botanikerin im Palmengarten Frankfurt: 
Den abgetrennten Strunk mit den grünen Blättern nach oben in ein halbgefülltes Wasserglas stellen. Ganz wichtig: Das Glas nie voll machen und die Pflanze nie ganz ins Wasser stellen, sonst fault sie. Wasser immer nur nachfüllen, nie komplett wechseln. Sie können den Strunk auch in feuchten Sand setzen und eine Plastiktüte darüber stülpen, das erzeugt den gleichen "Treibhauseffekt". In jedem Fall gilt: Nach etwa sechs Wochen haben sich genügend Wurzeln gebildet, so dass man das Pflänzchen direkt in die Erde umtopfen kann.

Die junge Ananaspflanze gedeiht am besten in herkömmlicher Blumenerde, der Topfboden sollte mit ein paar kleinen Steinen bedeckt sein, damit keine Staunässe entsteht. Wohl fühlt sich die Pflanze an einem hellen, warmen Standort, sie möchte aber keine direkte Sonne.
Nach zwei bis sechs Jahren trägt die Pflanze dann mit etwas Glück sogar kleine Ananas, die man essen kann. Allerdings werden die Früchte nur wenig Fleisch haben, weniger Nährstoffe und auch nicht so süß schmecken wie die importierte Ware aus Südamerika. Trotzdem ist die Pflanze, die einen Durchmesser von ca. 40 cm erreicht, eine außergewöhnliche Zierde für jeden Raum.



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